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01.11.2009

Haft wegen Verbreitung christlicher Schriften

Der 29-jährige Somalier Osman Nour Hassan ist „Gefangener des Monats“.

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den somalischen Christen Osman Nour Hassan benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen. Der 29-Jährige wurde am 3. August in Somaliland verhaftet, einem seit 1991 de facto selbstständigen, aber international nicht anerkannten Staat im Nordosten Afrikas. Nach Angaben des Pressedienstes „Compass Direct“ wird dem ehemaligen Moslem vorgeworfen, in dem Ort Pepsi am Stadtrand der Hauptstadt Hargeysa an einen muslimischen Jungen christliche Literatur weitergegeben zu haben.

Die Familie des Jungen meldete den Vorgang der Polizei. Laut Aussagen einheimischer Christen haben auch andere muslimische Dorfbewohner christliche Literatur von Hassan entgegengenommen. Hassan hat nach eigenen Angaben Lehrmaterial an Personen verteilt, die am Christentum interessiert sind. Er befindet sich, wie es heißt, in einem Gefängnis der Stadt Mandere. Der Beistand durch einen Anwalt werde ihm verweigert. Hassan sei in einen Hungerstreik getreten. In Somaliland wie dem übrigen Somalia steht das Verbreiten einer nichtislamischen Religion wie auch das Verlassen des Islam unter Strafe. Dies verstößt nach Angaben der IGFM gegen die im Internationalen Pakt für bürgerliche und politische Rechte zugesicherte Religionsfreiheit. Somalia ist dem Pakt 1990 beigetreten. In Gesamt-Somalia leben nach Schätzungen rund 5.000 Christen unter den 8,7 Millionen Einwohnern. Immer wieder kommt es zu Morden an Christen durch gewaltbereite Muslime. So sei am 28. September eine 46-jährige Gemeindeleiterin in ihrer Wohnung erschossen worden. Die IGFM ruft dazu auf, in Briefen an die Vertretung Somalilands in London gegen die Verhaftung Hassan und die Verweigerung eines Rechtsbeistands zu protestieren.

Wenn Sie diesen Beitrag im Forum kommentieren möchten, dann schicken Sie eine E-Mail mit der Überschrift an: bernhard.limberg@idea.de.

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