Baptist in Usbekistan „Gefangener des Monats März“
Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Zum „Gefangenen des Monats März“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den Baptisten Tohar Haydarov in Usbekistan benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen. Er wurde am 18. Januar in der Region Syrdarya des zentralasiatischen Landes verhaftet. Die Behörden werfen ihm Herstellung und Lagerung von Drogen vor. Christen in seinem Umfeld sind jedoch überzeugt, dass der Vorwurf erfunden ist und die in seiner Wohnung gefundenen Drogen dort platziert wurden. Der Baptist sei unschuldig und werde wegen seines Glaubens verfolgt.
Auf der Polizeistation wurde der 28-Jährige unter Druck gesetzt, seinem Glauben abzuschwören. Gemeindemitglieder berichteten, dass sein Gesicht bei einer kurzen Gerichtsanhörung geschwollen wirkte und er kaum gehen konnte. Haydarov ist Mitglied im baptistischen Kirchenrat, der eine staatliche Registrierung ablehnt. Unter Verletzung aller eingegangenen Menschenrechtsabkommen untersagt Usbekistan alle nichtregistrierten religiösen Aktivitäten, so die IGFM. Sie wertet den Fall als Kampagne gegen Gläubige, die ihr Recht auf Religionsfreiheit ohne staatliche Kontrolle praktizieren wollen. Die Menschenrechtsorganisation ruft dazu auf, in Schreiben an Usbekistans Staatspräsidenten Islam Karimow um die Freilassung des Baptisten zu bitten. Dieser habe lediglich die in der Verfassung und die von Usbekistan im Zivilpakt der Vereinten Nationen garantierte Religionsfreiheit in Anspruch genommen. Von den 27,7 Millionen Einwohnern des Landes sind 84 Prozent Muslime, 15 Prozent Nichtreligiöse und etwa ein Prozent Christen.
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