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28. Januar 2010

Ziviler Aufbau in Afghanistan: Safran statt Opium

Christliches Hilfswerk gibt Bauern eine Alternative zum Mohnanbau. Foto: PR

Christliches Hilfswerk gibt Bauern eine Alternative zum Mohnanbau. Foto: PR

Braunschweig (idea) – Safran statt Opium: Ein Projekt zum zivilen Aufbau Afghanistans betreibt das christliche Hilfswerk Shelter Now (Zuflucht Jetzt) in dem umkämpften Land am Hindukusch.

Safran ist das teuerste Gewürz der Welt. Anbau und Vermarktung sollen Bauern helfen, eine nachhaltig gesicherte Existenz aufzubauen. Die Kultivierung von Safran bringe ihnen mehr Gewinn als der Anbau von Schlafmohn, so der Leiter von Shelter Now Deutschland, Udo Stolte (Braunschweig). Aus dem Mohn wird Rohopium gewonnen, der Grundstoff für Heroin. 90 Prozent der weltweiten Opiumproduktion stammen aus Afghanistan. Aus den Erlösen bestreiten die radikal-islamischen Taliban einen Großteil ihrer Finanzierung. Durch Projekte wie das von Shelter Now soll dieser Anbau zurückgedrängt werden. Die Hilfsorganisation ist seit 1988 in dem Land mit Projekten zur medizinischen Versorgung, zur Schulbildung und zum Wiederaufbau der Landwirtschaft in Afghanistan tätig.

Wie sich das Safran-Projekt vermehrt

Das Safran-Projekt startete bereits im Herbst 2008. Nach einem Jahr wurde die erste gute Ernte eingefahren. Das Gewürz wird aus der Blüte einer Krokuspflanze gewonnen. Im August werden die Zwiebeln in die Erde gelegt. Ab Mitte Oktober treiben die Krokusse violette Blüten. In mühevoller Handarbeit werden die orange-roten Stempelfäden aus der Blüte gezupft und anschließend getrocknet. Für ein Kilo Safran braucht man bis zu 150.000 Blüten. Bisher sind neun Bauern in der westafghanischen Provinz Herat an dem Projekt beteiligt. Sie erhalten von Shelter Now die Krokuszwiebeln, das nötige Fachwissen und eine Anschubfinanzierung für den Dünger. Von der Safran-Ernte erhält das Hilfswerk je 25 Prozent in den ersten vier Jahren; das waren im vorigen Herbst 700 Gramm. Mit dem Verkaufserlös weitet Shelter Now das Projekt auf weitere Landwirte aus. Binnen fünf Jahren werden aus einem Kilo gepflanzter Zwiebeln durch Vermehrung vier bis fünf Kilo, von denen Shelter Now die Hälfte bekommt und an neue Bauern weitergibt. Danach wirtschaften die Bauernfamilien eigenständig. In Kürze kann das Hilfswerk den Safran-Verkauf in Deutschland starten. Das Edelgewürz wird zwischen acht und zehn Euro je Gramm kosten.

Wenn Sie diesen Beitrag im Forum kommentieren möchten, dann schicken Sie eine E-Mail mit der Überschrift an: bernhard.limberg@idea.de.

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