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06.11.2011

Wo Banker für die Wirtschaft beten

Zehn Jahre Gebetstreffen in Frankfurt am Main – Manager wirbt für Gottvertrauen.

Frankfurt am Main (idea) – Seit zehn Jahren treffen sich Bankangestellte in Frankfurt am Main zum gemeinsamen Gebet. Sie kommen einmal wöchentlich während der Mittagspause in der katholischen St.-Antonius-Kirche im Stadtteil Westend zusammen.

Das Jubiläum feierten jetzt 35 Besucher mit einem überkonfessionellen Gottesdienst und einer Podiumsdiskussion. Der Anlass für die Gründung des Gebetskreises waren die Terrorangriffe vom 11. September 2001 in den USA, erläuterte der Leiter, der Immobilienfonds-Manager Malcolm Morgan. „Wir hatten als Christen damals den Eindruck, dass die Wirtschaft besonders dringend das Gebet benötigt“, sagte er gegenüber idea. Daran habe sich bis heute angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrisen nichts geändert. Weil aber heute längst nicht nur Bankangestellte beteiligten, habe man sich vor kurzem in „Mittagsgebet für Berufstätige“ umbenannt. Auf dem Treffen rief Morgan, der einer Landeskirchlichen Gemeinschaft angehört, dazu auf, auch im Berufsalltag mehr auf Gott als auf das eigene Können zu setzen. Wie er dazu erläuterte, habe er vor kurzem eine Wirtschaftsmesse besucht, ohne im Vorfeld einen einzigen Gesprächstermin zu vereinbaren. Nach intensivem Gebet um Gottes Wegweisung und Leitung habe er über 60 Gespräche in zweieinhalb Tagen geführt. Es sei auch deshalb wichtig, mit Gott im Berufsalltag zu rechnen, weil man an der Arbeitsstelle mehr Zeit als zu Hause oder in der Kirchengemeinde verbringe.

Gegen pauschale Kritik an Bankmitarbeitern

Die Podiumsdiskussion anlässlich des Jubiläums stand unter dem Thema „Geld & Macht – Gebet & Dank – Wenn die Finanzwelt schwächelt – ist Gott in den Schwachen mächtig?“ Dabei wandten sich die Teilnehmer angesichts der Krise auf den Finanzmärkten gegen pauschale Kritik an den Bankmitarbeitern. Nur eine kleine Gruppe verantwortungsloser Fondsmanager habe Schuld an der aktuellen Entwicklung, sagte Louis Graf von Zech, Verwaltungsrat der BHF Bank. Jeder Kunde sei letztlich selbst dafür verantwortlich, ob er mit seinem Geld spekuliere oder nicht. Der Vorstandsvorsitzende von Credit Suisse in Deutschland, Johannes Baratta, berichtete, dass er derzeit viele Einzelgespräche mit Mitarbeitern und Kunden führe. Er fühle sich dabei mehr als Seelsorger denn als Banker.

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