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26.01.2012

Wie sollen Christen mit Streit und Frust umgehen?

Diskutieren über Konfliktbewätigung: der Missionstheologe Prof. Johannes Reimer und der Pfarrer der Elia-Gemeinde in Erlangen, Peter Aschoff (v.l.). Foto: Willow Creek

Stuttgart (idea) – Wie sollen Christen mit Meinungsverschiedenheiten, Enttäuschungen und Verletzungen umgehen? Darüber diskutierten Theologen beim Kongress „inno2012 – Innovationsforum für die Kirche von heute“ am 25. Januar in Stuttgart.

Veranstalter war die Bewegung „Willow Creek Deutschland“, die vom 26. bis 28. Januar ebenfalls in Stuttgart einen Leitungskongress durchführt. Der Pfarrer der Elia-Gemeinde in Erlangen, Peter Aschoff, vertrat die Ansicht, dass Leitungskräfte bereit sein sollten, Verletzungen zu erleiden. Sie müssten sich trauen, auch Unpopuläres zu sagen, und mit den Konsequenzen leben. Es sei bei ihnen fast zwangsläufig, dass neben ihren Erfolgen auch „ein gewisser Flurschaden“ entstehe. Wenn man die „Macken“ von Leitungspersonen wegtherapieren wolle, bliebe wahrscheinlich keine Innovationskraft übrig. Wichtig seien für sie zudem Freunde, die den Mut hätten, ihnen „den Kopf zu waschen“, so Aschoff.

Für „positive Streitkultur“

Der Missionstheologe Prof. Johannes Reimer vom Theologischen Seminar Ewersbach (Dietzhölztal/Mittelhessen) des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, forderte dazu auf, bei Meinungsverschiedenheiten mit anderen Christen „nicht die Leitung zu kappen“, sondern im Gespräch zu bleiben. Gebraucht werde eine „positive Streitkultur“. Allerdings könne man mit anderen Christen – „egal wie komisch sie sind“ – nicht dauerhaft im Streit liegen, weil dies auch in der Öffentlichkeit von Nicht-Christen bemerkt werde. Ihm persönlich helfe sein großer Gebetskreis. Beter warnten ihn manchmal vor unbedachten Aktionen.

Wer Erfolg haben will, kann es nicht allen Recht machen

Der Pastor der freikirchlichen Gemeinde ICF Karlsruhe, Steffen Beck, sagte, er habe bei seiner Gemeindegründung zu viel Zeit damit verbracht, es anderen Christen recht zu machen. So habe er in der Broschüre seiner Gemeinde den Satz formuliert: „Wir sind eine moderne Kirche.“ Dies sei von anderen Kirchen so missverstanden worden, dass sie nicht modern seien. Um mit dem Gemeindebau voranzukommen, müsse man jedoch aufhören, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen.

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