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21.02.2012

Wie Familien gestärkt werden können

Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx: Ziel ist die „partnerschaftliche Familie“. Foto: EKD

Eisenach (idea) – Für eine Stärkung der Familien durch Politik und Kirchen hat sich die Referentin für Sozial- und Gesellschaftspolitik im EKD-Kirchenamt, Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx (Hannover), ausgesprochen.

Nach ihren Worten ist die Stabilität von Familien heute von innen und außen bedroht. Zu den größten Herausforderungen für diese Lebensform gehöre ein Mangel an Zeit. „Wir leben in einer Gesellschaft, die Erwerbsarbeit in den Mittelpunkt rückt und die Aufmerksamkeit für die vielfältigen Sorgetätigkeiten in Erziehung, Pflege, Hauswirtschaft vermissen lässt“, sagte die Theologin auf einer Fachtagung „Familien stärken in evangelischer Perspektive“ in Eisenach. Veranstalter war das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD in Zusammenarbeit mit Diakonie, Evangelischer Aktionsgemeinschaft für Familienfragen und Kirchenamt der EKD. Coenen-Marx warb für das Konzept einer „partnerschaftlichen Familie“, in der sich die Partner neben ihrer Erwerbstätigkeit gemeinsam um Kindererziehung und die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger kümmerten. „Kinder brauchen beide Eltern“, so die Oberkirchenrätin. Dabei komme es darauf an, dass dieses Konzept von der Sozialpolitik als öffentliches Gut unterstützt werde. Dazu bedürfe es einer entsprechenden Infrastruktur, aber auch einer angemessenen Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten in den Erwerbsbiographien wie in den sozialen Sicherungssystemen.

Intakte Familien stärken Zusammenhalt in der Gesellschaft

Coenen-Marx unterstrich, dass partnerschaftlich gelebte Familie auch den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärke. Familien seien „wichtige Knotenpunkte in funktionierenden Nachbarschaften“. Die Referentin ging in diesem Zusammenhang auch auf die Chancen der Kirchengemeinden ein, um Familien zu stärken: „Tageseinrichtungen für Kinder und Familienzentren, Diakoniestationen und Mehrgenerationenhäuser können eine zentrale Rolle für die Gemeindearbeit spielen.“ Das Thema Familie stehe neu auf der kirchlichen Tagesordnung. Dies zeigten Synodenbeschlüsse, die Gründung von Familienbeiräten und Umstrukturierungen. Zur Stärkung der Familien sei auch eine familienfreundliche Personalpolitik in Kirche und Wirtschaft erforderlich.

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© 2012 idea e.V. - Evangelische Nachrichtenagentur