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24.05.2009

Viele Menschen suchen nach ihrer Identität

Daniel Hell: Sexualität ist nicht das seelische Hauptproblem. Foto: Herder/privat

Marburg (idea) – Nicht die Sexualität, sondern die Suche nach der eigenen Identität ist das seelische Hauptproblem unserer Zeit. Viele Menschen leiden an sich selbst und ringen um ihre Identität.

Das sagte Daniel Hell (Zürich), emeritierter Professor für klinische Psychiatrie, beim Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge am 23. Mai in Marburg. Die Identität sei einem Menschen nicht mehr wie früher vielfach von Kindesbeinen an vorgegeben. Durch Flexibilität, Mobilität und Medien wandle sich die soziale Rolle des Menschen häufig. Hell: „Das Leben ist nicht mehr ein Schicksal, sondern ein Selbstexperiment.“

Ja, der Mensch hat eine Seele
Hell kritisierte die von einigen Neurowissenschaftlern vertretene Sicht, dass der Mensch keine Seele habe. Es sei absurd, das Ich nur als künstliches Konstrukt zu sehen. Allein durch Messung und Visualisierung von Hirnaktivitäten lasse sich ein Mensch nicht ausreichend beschreiben. Psychotherapeuten und Seelsorger könnten auf die Innensicht eines Menschen nicht verzichten.

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