USA: Lieber ins Gefängnis als Abtreibungspille finanzieren
Washington (idea) – Entschiedenen Widerstand gegen Teile der Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama haben führende Evangelikale und Katholiken angekündigt.
Danach müssen auch religiöse Institutionen ihren Angestellten kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln ermöglichen, einschließlich abtreibungsfördernder Mittel wie der sogenannten „Pille danach“. Sie würden lieber ins Gefängnis gehen, als sich den Plänen des Gesundheitsministeriums zu beugen, erklärten Repräsentanten des Bundes der Südlichen Baptisten. Zu den Gegnern der Pläne in der mit über 16 Millionen Mitgliedern größten protestantischen Kirche der USA gehören der Präsident ihrer Kommission für Ethik und Religionsfreiheit, Richard Land (Washington), und der Präsident ihres Theologischen Seminars, Albert Mohler (Louisville/Bundesstaat Kentucky). Ähnlich äußerte sich der Pastor der Saddleback-Gemeinde und Bestsellerautor Rick Warren (Lake Forest/Bundesstaat Kalifornien). Sie stellen sich an die Seite der katholischen Bischöfe in den USA, die ebenfalls diese Teile der Gesundheitsreform ablehnen. Für die evangelikalen Lebensschützer spiele es keine Rolle, ob religiöse Institutionen wie Schulen, Krankenhäuser und theologische Ausbildungsstätten ihren Angestellten direkt oder über Krankenversicherungsbeiträge Abtreibungsmittel zur Verfügung stellen müssen, erklärte Land. Kirchen und Religionsgemeinschaften sollen von der Regelung ausgenommen werden. Dennoch sehen die Lebensschützer in der neuen Vorschrift einen Verstoß gegen die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Land betonte, man werde notfalls aus dem Gefängnis Protestbriefe an die Regierung schreiben, wie es auch der baptistische Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-1968) getan habe.
Lebensschutz als Wahlkampfthema
Die Auseinandersetzung spielt im Präsidentschaftswahlkampf eine immer größere Rolle. Mehrere Bewerber um die Kandidatur der Republikaner betonen ihre abtreibungskritische Haltung. Obama hat sich immer für das Recht der Frau auf Schwangerschaftsabbruch ausgesprochen. Er will die Zahl der Abtreibungen durch Verhütung und Erleichterung von Adoptionen eindämmen. 1973 hatte das Oberste Gericht der USA den Schwangerschaftsabbruch bis zur Geburt mit einem Grundsatzurteil legalisiert. Jedes Jahr werden in den USA schätzungsweise mehr als 1,2 Millionen Kinder im Mutterleib ohne rechtliche Folgen getötet.
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