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25.05.2009

Trotz Protesten: Seelsorge-Kongress voller Erfolg

Veranstalter: Es gab keine Abstriche am Programm. Foto: Brock/Browa

Marburg (idea) – Der Kongress für Psychotherapie und Seelsorge, der vom 20. bis 24. Mai in Marburg stattfand, war aus Sicht der Veranstalter ein voller Erfolg. Trotz der Proteste und Demonstrationen habe man das Programm in vollem Umfang umsetzen können, sagte Kongressleiter Martin Grabe (Oberursel), Vorsitzender der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS).

Kein Seminar oder Vortrag habe abgesagt werden müssen, auch nicht die Veranstaltungen mit den von Kritikern angegriffenen Referenten Christl Vonholdt vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft und Markus Hoffmann von der Lebensberatungsorganisation Wüstenstrom. Homosexuellen-Organisationen, die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ und linke Gruppierungen hatten ihnen vorgeworfen, Anhänger einer „Homo-Umpolung“ zu sein. Rund 1.000 Kongress-Gegner demonstrierten am Himmelfahrtstag in der Marburger Innenstadt gegen „Homophobie“ und verbreiteten anti-christliche Parolen. Dazu aufgerufen hatte ein Bündnis aus 60 linksradikalen Splittergruppen, der Partei „Die Linke“ und des Deutschen Gewerkschaftsbunds „Gegen Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“. Zu den befürchteten gewalttätigen Ausschreitungen kam es jedoch nicht. Der Tagungsort, die Stadthalle, war von starken Polizeikräften abgeriegelt worden. Die Kongressleitung verzichtete darauf, das Hörsaalgebäude der Universität zu nutzen, da dies zu einer direkten Konfrontation der Kongressteilnehmer mit den Demonstranten geführt hätte, die vor dem Gebäude ihre Abschlusskundgebung abhielten. Die Gegner des Kongresses werteten dies als Erfolg. Zu einem Zwischenfall kam es in der Nacht zum 23. Mai, als etwa 50 betrunkene Jugendliche in der Nähe der Stadthalle Straßen blockierten und Parolen gegen den Kongress riefen. Zuvor hatten Unbekannte in Marburg zahlreiche Gebäude beschmiert, darunter auch mit antichristlichen Darstellungen, die ein gekreuzigtes Schwein mit der Aufschrift „Jesus du Opfer“ zeigten.

Oberbürgermeister froh über den Kongress
Der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) hatte bei der Kongresseröffnung begrüßt, dass die Veranstalter erneut Marburg als Tagungsort ausgewählt hatten. Er kritisierte die Schmierereien an Fassaden kirchlicher Einrichtungen. Dies sei ein Missbrauch des Rechts auf Meinungsfreiheit. Ebenso sprach er sich für die Gleichberechtigung homosexueller Partnerschaften aus. Ob Marburg erneut Tagungsort des alle drei Jahre stattfindenden Kongresses wird, entscheidet sich nach Angaben der APS frühestens in eineinhalb Jahren. Die Universitätsstadt scheide jedoch möglicherweise wegen fehlender Kapazitäten aus, hieß es.

Tausende Unterschriften für Meinungsfreiheit
Zur Unterstützung der freien Meinungsäußerung auf dem Kongress war ein „Appell für Freiheit und Selbstbestimmung“ ins Leben gerufen worden, der nach Angaben der Initiatoren von mehreren tausend Personen unterzeichnet worden ist, darunter dem Philosophen Robert Spaemann, dem früheren SPD-Bundesminister Hans Apel, dem CSU-Bundestagsabgeordneten Norbert Geis und dem langjährigen Europaparlamentarier Otto von Habsburg.

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