Suchtprobleme auch in Gemeinden thematisieren
Bad Blankenburg (idea) – Jede Gemeinde sollte einen Kreis haben, in dem über Suchtprobleme gesprochen und für drogenabhängige Menschen gebetet werden kann.
Diesen Wunsch hat die Leiterin der christlichen Drogenhilfe-Einrichtung „Lebenswende e.V.“, Hertha-Maria Haselmann (Frankfurt am Main), bei der Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz im thüringischen Bad Blankenburg geäußert. Süchte seien unter Christen ebenso verbreitet wie unter Nichtchristen, sagte sie in einem Seminar zum Thema „Sucht“ am 2. August. Nur würden sie in christlichen Kreisen aus Scham kaum thematisiert. Drogen hätten eine unheimliche Macht, die weithin unterschätzt werde. Schwer drogenabhängige Menschen entwickelten sich zu unberechenbaren Egoisten. Ein Durchschnittsdrogenabhängiger in Deutschland brauche jeden Monat zwischen 12.000 und 20.000 Euro. Dafür seien sie bereit, alles zu tun. „Aber es gibt eine Macht, die stärker ist als die Sucht“, sagte Frau Haselmann. „Und das ist das Gebet.“ Christen sollten Drogenabhängige und deren Angehörige deshalb nicht länger aus ihren Gemeinschaften ausschließen. Sie sollten für sie beten, für Gespräche zur Verfügung stehen und die Betroffenen über Therapieangebote informieren. Die diesjährige Allianzkonferenz steht unter dem Thema „Abenteuer Gemeinde“.
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