Werben  |  Bestellen  |  Login  |  Kontakt  |  Impressum
30.01.2012

Streit um Atheisten-Tempel und Jesus-Statue

Die etwa zehn Meter hohe Miniaturversion der 38 Meter messenden Christus-Statue auf dem Berg Corcovado bei Rio de Janeiro soll auf dem 78 Meter hohen Primrose Hill stehen. Foto: Welch14

London (idea) – Zwei gegensätzliche Bauwerke sollen künftig London zieren: ein atheistischer Tempel und eine Jesus-Statue. Um beide sind heftige Kontroversen entbrannt.

Der Philosoph und Schriftsteller Alain de Botton will ein Zentrum für Gottesleugner in der Londoner City errichten lassen. Die Höhe des Gebäudes – 46 Meter – soll das Alter der Erde symbolisieren, das einige Geologen auf rund 4,6 Milliarden Jahre schätzen. Ein dünnes goldenes Band am Sockel soll die vergleichsweise kurze Spanne menschlichen Lebens auf dem Planeten darstellen. Doch der prominenteste „neue Atheist“, der Oxforder Evolutionswissenschaftler Richard Dawkins, hält nichts von dem Projekt. Ein „Tempel“ für Atheisten sei ein Widerspruch in sich. Mit dem Geld könne man Besseres anfangen, etwa nicht-religiöse Bildung fördern, so der Autor des Bestsellers „Der Gotteswahn“. Botton widerspricht: Gottesleugner hätten ebenso einen Anspruch auf inspirierende Architektur wie Gläubige.

Braucht London eine Jesus-Statue?

Gleichzeitig verfolgen Christen den Plan, aus Anlass der diesjährigen Olympischen Sommerspiele in London eine Jesus-Statue zu errichten. Die etwa zehn Meter hohe Miniaturversion der 38 Meter messenden Christus-Statue auf dem Berg Corcovado (710 Meter) bei Rio de Janeiro (Brasilien) soll auf dem 78 Meter hohen Primrose Hill (Primel-Hügel) am Rande des Regent’s Park stehen. Dort hat man freien Blick auf die Innenstadt. Die Nationale Säkulare Gesellschaft von Großbritannien verurteilt die Pläne. Eine Jesus-Statue widerspreche dem Olympischen Geist, denn die Spiele sollten Sportler jeglichen Glaubens vereinen. Die evangelistische Sport-Initiative „Mehr als Gold“ hat zwar keine grundsätzlichen Einwände, aber was London noch mehr brauche als ein Denkmal, sei der „wahre Jesus“.

Wenn Sie diesen Beitrag im Forum kommentieren möchten, dann schicken Sie eine E-Mail mit der Überschrift an: bernhard.limberg@idea.de.

 
© 2012 idea e.V. - Evangelische Nachrichtenagentur