Schah-Sohn: Irans Führer bricht Menschenrechte

Reza Pahlavi, ältester Sohn des letzten Schahs von Persien: Khamenei unterdrückt ethnische und religiöse Minderheiten. Foto: PR
New York (idea) – Reza Pahlavi, ältester Sohn des letzten Schahs von Persien, beschuldigt den obersten politischen und religiösen Führer Irans, Ayatollah Ali Khamenei, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Der 51-Jährige hat einen Bericht beim UN-Sicherheitsrat eingereicht. Darin dokumentiert er Vergehen des islamischen Regimes, die 2009 begangen worden seien, um einen Aufstand gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zu unterdrücken. Der Bericht enthalte genügend Beweise, so Pahlavi, um den Sicherheitsrat zu veranlassen, den Fall an den Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag (Niederlande) weiterzuleiten. In den vergangenen 33 Jahren habe der Oberste Führer der Islamischen Republik Iran eine Politik der Unterdrückung von ethnischen und religiösen Minderheiten betrieben. Der Sohn von Schah Reza Pahlavi (1919-1980) setzt sich aus dem Exil für eine säkulare Demokratie in seinem Heimatland ein. Wegen der islamischen Revolution konnte er 1979 nicht von einer Pilotenausbildung in den USA in den Iran zurückkehren.
IGFM: „Abtrünnigen“ und „Ketzern“ droht der Tod
Obwohl der Iran zum Beispiel den Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert hat, werden dort nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Minderheiten diskriminiert. Betroffen seien vor allem ehemalige Muslime, die ihre Religion gewechselt haben oder sich als Atheisten bezeichnen, sowie Baha’i und Sufis. „Abtrünnigen“ und „Ketzern“ werde das Lebensrecht abgesprochen. Christliche Konvertiten müssten sich daher heimlich in Hausgemeinden treffen. Die IGFM schätzt, dass es sich um mehrere Tausend Personen handelt. Einschüchterungen und Drohungen nähmen deutlich zu.
Pastor wegen seines Glaubens zum Tode verurteilt
Weltweites Aufsehen erregt der Fall von Pastor Youcef Nadarkhani. Der 35-jährige Leiter einer Untergrundgemeinde wurde 2010 wegen „Abfalls vom Islam“ und „Verbreitung nichtislamischer Lehren“ zum Tod durch den Strang verurteilt. Das Urteil ist noch nicht vollstreckt. Der Fall liegt Khamenei zur Begutachtung vor. Die IGFM hat mehr als 20.000 Unterschriften für Nadarkhanis Freilassung gesammelt. Für ihn setzen sich auch unter anderen US-Außenministerin Hillary Clinton, der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags, der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Markus Löning (FDP), sowie die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe ein. Von den 74,2 Millionen Einwohnern Irans sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.
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