Sächsische Bischöfe: Zeichen gegen „rechten Terror“ setzen
Dresden (idea) – Die evangelischen und katholischen Bischöfe im Freistaat Sachsen haben dazu aufgerufen, gegen Rechtsextremismus zu protestieren.
Angesichts der im November bekannt gewordenen Mordserie der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ sei es in diesem Jahr besonders wichtig, „ein deutlich sichtbares Zeichen gegen rechten Terror und menschenfeindliche Einstellungen“ zu setzen, heißt es in einem am 1. Februar veröffentlichten Appell. Die Bischöfe laden alle Bürger ein, sich am 13. und 18. Februar in Dresden an „vielfältigen gewaltlosen Aktivitäten“ von Kirchen und Christen zu beteiligen. Mit Gottesdiensten, Andachten, Friedensgebeten, Bittgängen und Mahnwachen soll an die Opfer der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 erinnert werden. Aus diesem Anlass hatten sich in den vergangenen Jahren auch Tausende Alt- und Neonazis in der Elbestadt versammelt. Dazu heißt es in dem Aufruf der Bischöfe: „Gerade als Christen sind wir aufgefordert, uns dieser menschenverachtenden und menschenfeindlichen Ideologie entgegenzustellen. Sie leugnet die Schuld des deutschen Volkes. Sie verbreitet Feindschaft gegenüber dem Gottesvolk Israel. Sie verherrlicht Gewalt bis hin zum Terrorismus.“ Unterzeichner des Aufrufs sind die evangelischen Bischöfe Jochen Bohl (Sachsen), Markus Dröge (Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz), Ilse Junkermann (Mitteldeutschland) sowie die katholische Bischöfe Gerhard Feige (Bistum Magdeburg), Wolfgang Ipolt (Görlitz) und Joachim Reinelt (Dresden-Meißen). Die Kirchenleiter appellieren auch an die Bürger, am 13. Februar an einer Menschenkette unter dem Motto „Mut, Respekt und Toleranz – Dresden bekannt Farbe“ teilzunehmen.
Bischöfe Bohl und Reinelt gegen Blockade
Zuvor hatte die „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus“ dazu aufgerufen, geplante Aufmärsche von Neonazis am 13. und 18. Februar in Dresden zu blockieren. 2010 und 2011 hatten Gegendemonstranten einen Zug von Rechtsextremisten durch die Stadt verhindert. Der Aufruf steht unter dem Motto „Nächstenliebe verlangt Klarheit – Keine Naziaufmärsche, nirgendwo“. Erstunterstützer sind unter anderen die Präses der EKD-Synode, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und seine mitteldeutsche Amtskollegin Junkermann. Dagegen distanzierte sich der sächsische Landesbischof Bohl von der geplanten Blockade-Aktion. Er werde nicht dazu aufrufen, „illegale Handlungen“ zu begehen. Auch der katholische Bischof Reinelt sagte, er werde sich an dem Blockade-Aufruf nicht beteiligen.
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