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22.02.2012

Rechtsextremismus mit christlichem Glauben unvereinbar

Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider ruft zur Nächstenliebe für Menschen anderer Herkunft auf. Foto: idea/kairospress

Hannover (idea) – Rechtsextremes Denken und Handeln sind mit dem christlichen Glauben unvereinbar. Das erklären der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), anlässlich der Gedenkveranstaltung für die Opfer der Morde der Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) am 22. Februar in Berlin.

Ein Neonazi-Trio aus dem sächsischen Zwickau soll zwischen 2000 und 2007 neun Menschen mit ausländischen Wurzeln sowie eine Polizistin ermordet haben. Rechtsextremismus verletze auf krasse Weise die für Christen grundlegende Vorstellung von der Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott, heißt es in der in Hannover veröffentlichten Stellungnahme  der Kirchenleiter. „Wer die Würde und das Recht von Menschen missachtet, wer andere Menschen hasst, verletzt oder gar ermordet, der handelt gegen den Willen Gottes.“ Es gelte, den Auftrag Jesu zur Nächstenliebe insbesondere im Blick auf Menschen anderer Herkunft und anderen Glaubens umzusetzen. Die Kirchenmitglieder werden aufgerufen, für die Opfer und ihre Familien zu beten. Sie brauchten Kraft, um „allen zu widerstehen, deren extremistisches Denken und Handeln Menschen um ihre Gesundheit und ihr Leben bringt“.

Wohlfahrtsverbände: Rassismus und Antisemitismus nicht verharmlosen

Auch das Diakonische Werk der EKD und der katholische Deutsche Caritasverband fordern, „dass Rechtsextremismus und Rassismus entschieden bekämpft werden“. Staatliche Verbote und die Verfolgung rechtsextremer Straftaten durch die Polizei reichten nicht aus. Man müsse sich auch mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen auseinandersetzen, die Freiheit, Demokratie und Menschenwürde gefährden. Rassismus und Antisemitismus dürften nicht verharmlost werden.

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