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17.11.2011

Proteste gegen Todesurteil für iranischen Pastor halten an

Die IGFM veranstaltet Mahnwachen und eine Lichterkette in Hamburg für den zum Tode verurteilten Pastor Youcef Nadarkhani. Foto: PR

Hamburg (idea) – Die Proteste gegen das Vorgehen der Islamischen Republik Iran gegen ehemalige Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben, halten an.

Vor dem iranischen Konsulat in Hamburg finden an jedem Freitag Mahnwachen statt, die die Freilassung des zum Tode verurteilten Pastors Youcef Nadarkhani fordern. Am 26. November, dem Sonnabend vor dem ersten Advent, veranstaltet die Ortsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Unterstützung der Evangelischen Allianz in der Hansestadt eine Lichterkette in der Einkaufsmeile Mönckebergstraße nahe des Weihnachtsmarkts. Bereits am 16. September hatten 410 Demonstranten vor dem Konsulat Nadarkhanis Freilassung verlangt. Der Fall des 35-jährigen Leiters einer 400 Mitglieder zählenden christlichen Untergrundgemeinde hat eine Welle internationaler Proteste ausgelöst. Er befindet sich seit dem 12. Oktober 2009 im Gefängnis und wurde am 22. September 2010 wegen „Abfalls vom islamischen Glauben“ und der „Verbreitung nicht-islamischer Lehre“ zum Tode durch den Strang verurteilt. Das Urteil wurde im Juli 2011 vom Obersten Gericht bestätigt, aber noch nicht vollstreckt. Inzwischen wurde der Fall an eine untere Instanz zurückverwiesen und zur Begutachtung an den höchsten religiösen Führer und Rechtsgelehrten, Ayatollah Ali Khamenei, weitergeleitet.

US-Präsident fordert Freilassung Nadarkhanis

Die IGFM befürchtet, dass bei einer Vollstreckung des Todesurteils bis zu 500.000 weitere Christen im Iran von Hinrichtung bedroht sind. Unterdessen halten die internationalen Proteste gegen Nadarkhanis Verurteilung und Inhaftierung an. So bekräftigte die US-Sonderbotschafterin für Internationale Religionsfreiheit, Suzan Johnson Cook (Washington), die Aufrufe von Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton, den Pastor unverzüglich freizulassen. Die iranische Botschaft in Berlin bestritt in einer Pressemitteilung, dass Nadarkhani die Hinrichtung drohe. Er sei lediglich vor einigen Jahren wegen des Vorwurfs der „Aktivität gegen die Sicherheit des Landes“ inhaftiert gewesen. Ferner habe er „mit Methoden, die mit denen der christlichen Geistlichen nicht im Einklang stehen und durch Erregung von Aufruhr und Streit an für die Öffentlichkeit zugänglichen Orten (z.B. in Schulen) versucht, andere zu seinem Glauben zu bekehren“. Damit spielt die Botschaft offenbar auf Nadarkhanis Proteste gegen den islamischen Pflichtunterricht für seine Kinder an. Von den 74,2 Millionen Einwohnern Irans sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.

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