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10.02.2012

Presbyteriumswahlen fielen in den meisten Gemeinden aus

Der westfälische Oberkirchenrat Arne Kupke. Foto: EKvW

Düsseldorf/Bielefeld/Detmold (idea) – In den meisten Gemeinden der Landeskirchen Rheinland, Westfalen und Lippe fielen am 5. Februar die Presbyteriumswahlen aus.

Weil es nicht mehr Kandidaten als Plätze in der Gemeindeleitung gab, sind damit in 50 Prozent der rheinischen, in 77 Prozent der westfälischen und in 93 Prozent der lippischen Gemeinden die Vorgeschlagenen gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug rund 12 Prozent im Rheinland, 7 Prozent in Westfalen und 16 Prozent in Lippe. Bei den Presbyteriumswahlen 2008 hatten deutlich mehr Gemeinden eine Wahl durchführen können: 60 Prozent im Rheinland, 41 Prozent in Westfalen und 14 Prozent in Lippe. Der westfälische Oberkirchenrat Arne Kupke (Bielefeld) erklärte dazu: „Es ist beunruhigend, dass in diesem Jahr deutlich weniger Wahlhandlungen in den Kirchengemeinden stattfinden.“ Er kündigte eine sorgfältige Analyse an, „um Genaueres über die Hintergründe zu erfahren.“

Priestertum aller Gläubigen kein „Notstopfen“

Nach Einschätzung des Superintendenten im Kirchenkreis Herne, Reiner Rimkus, hängt die geringe Kandidatenzahl damit zusammen, dass sich die Kirche „in einer Rückbausituation befindet“. Niemand übernehme gerne Verantwortung für Kirchenschließungen. Zudem zeige sich, dass es für jüngere Gemeindemitglieder nicht mehr selbstverständlich sei, Verantwortung zu übernehmen. Rimkus weiter: „Auch eine Gemeinde, die bewusst missionarisch unterwegs sein möchte, hat keine Garantie für wachsenden Gottesdienstbesuch, eine große Zahl ehrenamtlicher Mitarbeiter und viele Presbyterkandidaten.“ Dennoch zeige sich, dass lebendige Gemeinden weniger Probleme bei der Suche nach Presbytern hätten. Der Superintendent des Kirchenkreises an der Agger, Jürgen Knabe (Gummersbach), erinnerte an den reformatorischen Grundsatz des Priestertums aller Gläubigen. Knabe gegenüber idea: „Das ist kein Notstopfen, sondern wir müssen diesen Grundsatz als Grundlage der evangelischen Kirche neu entdecken.“ Angesichts vielfältiger Strukturprozesse dürfe das geistliche Leitungsamt der Presbyter nicht in den Hintergrund treten, sondern müsse „in einer missionarischen Volkskirche im Zentrum bleiben“. In Zukunft werde die Gewinnung und Pflege ehrenamtlicher Mitarbeiter zu einer wichtigen Aufgabe der Hauptamtlichen, die man deshalb von anderen Aufgaben entlasten müsse.

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