Politiker und bekennender Christ: Diether Posser gestorben
Düsseldorf (idea) – Der nordrhein-westfälische SPD-Politiker und engagierte evangelische Christ Diether Posser ist tot. Wie der SPD-Landesverband am 12. Januar in Düsseldorf mitteilte, starb er am 9. Januar im Alter von 87 Jahren.
Die Trauerfeier soll nach idea-Informationen am 15. Januar im Essener Weigle-Haus unter Leitung von ProChrist-Leiter Ulrich Parzany (Kassel) stattfinden. Posser gehörte von 1966 bis 1990 dem nordrhein-westfälischen Landtag an. Von 1968 bis 1972 war er Minister für Bundesangelegenheiten, im Anschluss daran übernahm er bis 1978 das Justizressort. Zehn weitere Jahre war er Finanzminister des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Posser gehörte zu den Gründern der evangelisch gefärbten Gesamtdeutschen Volkspartei, die sich 1957 nach fünf Jahren aufgrund ausbleibender Wahlerfolge auflöste. Posser trat daraufhin in die SPD ein, zu deren Bundesvorstand er von 1970 bis 1986 gehörte.
Mitwirkung bei Christival und ProChrist
Neben seinem politischen Einsatz war er auch in der evangelischen Kirche aktiv: Von 1970 bis 1991 gehörte er zur EKD-Synode und von 1989 bis 1992 zur rheinischen Synode. 1988 war er Referent beim Jugendkongress Christival in Nürnberg. 1993 beteiligte er sich an der ersten ProChrist-Evangelisation mit dem US-amerikanischen Prediger Billy Graham in Essen. Seine geistliche Prägung erfuhr Posser durch den Essener Jugendpfarrer Wilhelm Busch (1897-1966). Er blieb ein Freund des von Busch gegründeten Jugendzentrums Weigle-Haus. Über seinen christlichen Glauben schrieb Posser 1993 in idea: „Weil ich die Gegenwart und Zukunft in Gottes Hand weiß, braucht quälende Angst nicht mein Leben zu beherrschen (…) Nach meiner Erfahrung, die ich mit vielen Christen teile, gibt es keinen besseren Helfer gegen Vorurteile, Hass und das Entstehen von Feindbildern als den die Nächstenliebe, ja die Feindesliebe predigenden Christus.“
Parzany: Wenn Posser eine Andacht hielt ...
Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider (Düsseldorf), würdigte den Verstorbenen bei der Synode in Bad Neuenahr als einen Mann, der in seiner protestantischen Prägung Wurzeln geschlagen habe. Diesen sei er auch in seinem Handeln als Politiker treu geblieben. „Wir danken Gott für alles, was er durch ihn an unserer Kirche und für Nordrhein-Westfalen getan hat“, so Schneider. Parzany bezeichnete den Sozialdemokraten gegenüber idea als „bescheidenen, grundsoliden Mann“. Posser sei ein Kämpfer für den Rechtsstaat, genialer Jurist und engagierter Christ gewesen. „Wenn der eine Andacht hielt, lohnte es sich, die Ohren zu spitzen“, sagte Parzany. Die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft (Düsseldorf) erklärte in Düsseldorf, man trauere „um einen großen Sozialdemokraten, der die Landespolitik und die politische Kultur in Nordrhein-Westfalen entscheidend mitgeprägt hat“. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) würdigte Posser als einen „großen Politiker unseres Heimatlandes“. Er sei „einer der bedeutendsten Finanzpolitiker seiner Zeit“ gewesen und habe sich mit Vehemenz für ein Steuersystem von größerer sozialer Gerechtigkeit eingesetzt.
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