Ohne Religionsfreiheit bleibt Arabischer Frühling erfolglos

Der badische Landesbischof Ulrich Fischer ist in Sorge um die koptischen Christen in Ägypten. Foto: EKiBa
Schwäbisch Gmünd (idea) – Für einen Erfolg des „Arabischen Frühlings“ sind Meinungs- und Religionsfreiheit eine unabdingbare Voraussetzung. Davon ist der badische Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe) überzeugt.
Er äußerte sich am 21. Januar in Schwäbisch Gmünd, wo er eine kleine Palme erhielt, die deutsche Führungskräfte in Politik, Kirche, Wirtschaft und Menschenrechtsorganisationen an ihre Mitverantwortung für die politische Entwicklung in Nordafrika und im Nahen Osten erinnern soll. Gegenüber idea bekräftigte Fischer die Auffassung, dass es ohne Toleranz gegenüber Minderheiten keine Demokratisierung geben könne. Es erfülle ihn mit großer Sorge, dass sich in Ägypten die Situation der koptischen Christen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak drastisch verschlechtert habe. Im Irak kämpften die verbliebenen Christen um ihr Überleben. Nach Angaben des Koordinators der „Palmenaktion“, Kuno Kallnbach (Schwäbisch Gmünd), entstand die Idee bei einem Kongress über Christenverfolgungen, den die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) und das Christliche Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd im Oktober veranstaltet hatten. Bisher hätten mehr als 250 Personen die Palme erhalten, darunter Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Ministerpräsidenten der Bundesländer. Die Pflanze sei ein Symbol für die Gefährdung der revolutionären Aufbrüche. So wie eine Palme ohne ausreichenden Dünger eingehe, werde auch der „Arabische Frühling“ ohne echte Demokratie im Chaos enden.
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