Nur satte Kinder hören auf Gottes Wort
Morsbach (idea) - Wie reagiert eine Kirchengemeinde, wenn die Kinder in ihren Gruppen so hungrig sind, dass sie nicht mehr zuhören können? Die evangelische Gemeinde Morsbach-Holpe (Oberbergischer Kreis) sah sich 2010 vor diese Frage gestellt.
„Wir konnten unseren missionarischen Anspruch teilweise nicht mehr umsetzen, weil die Kinder Hunger hatten“, sagte Gemeindereferent Jan Weber gegenüber idea. Die Mitarbeiter begannen daraufhin, zusammen mit den Sechs- bis Zwölfjährigen Essen vorzubereiten. Eine Mahlzeit wurde zum Bestandteil des Gruppenprogramms. Gemeinsam mit Religionslehrern sowie Mitarbeitern anderer Gemeinden und Organisationen initiierte Weber ein Jahr später einen „Runden Tisch Kinderarmut“. Im März will dieser ein Frühstücksangebot in einer Morsbacher Grundschule starten und mit einer „Kompetenzbörse“ die Namen und Adressen örtlicher Ansprechpartner für Kinder und Familien in unterschiedlichen Notlagen bekannt machen.
Bei Geburtstagsbesuchen Eltern kennenlernen
Wie Weber weiter sagte, stehe für ihn der evangelistische Anspruch „sehr weit oben“. Kinder müssten dafür aber satt sein. Seine Gemeinde plant den Ausbau der Kinderarbeit und den Start einer weiteren Gruppe. Über Geburtstagsbesuche bei den Kindern soll Kontakt zu den Eltern aufgebaut werden. Im Rahmen des Runden Tisches will sich Weber am Aufbau tragfähiger Strukturen und Konzepte beteiligen, damit das Thema „nicht im Sand verläuft“.
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