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26.01.2012

Nigeria: Religiöser Fanatiker wird Polizeichef

Der neue Polizeichef Mohammed Abubakar soll die Boko Haram unterstützen. Foto: PR

Frankfurt am Main (idea) – Christen im westafrikanischen Nigeria sind einer Terrorwelle islamischer Extremisten ausgesetzt. Zwar hat Staatspräsident Goodluck Jonathan versichert, mit aller Härte gegen die militante Gruppe Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) vorzugehen, die Christen vertreiben will.

Doch jetzt hat er nach Darstellung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) einen „religiösen Fanatiker“ zum Polizeichef ernannt. Mohammed Abubakar werde nachgesagt, Boko Haram ideologisch und logistisch unterstützt zu haben, so die in Frankfurt am Main ansässige Organisation. Die nigerianischen Christen hätten kein Vertrauen zu einem Mann, den die offizielle Untersuchungsmission des Massakers von Jos (Bundesstaat Plateau) im Jahre 2001, bei dem Hunderte Frauen und Kinder ermordet wurden, einen „religiösen Fanatiker“ genannt hatte. Abubakar löst Hafiz Rungim ab, in dessen Amtszeit der Terror von Boko Haram eskalierte.

Gebiete von Christen „säubern“

Die Gruppe, die mit El Kaida in Verbindung stehen soll, nennt sich „Taliban Nigerias“. Sie will zumindest die mehrheitlich von Muslimen bewohnten Landesteile von Christen „säubern“. Nach dem Freitagsgebet vom 20. Januar startete Boko Haram die jüngste Terrorwelle in den Bundesstaaten Kano und Bauchi. Die Zahl der Todesopfer wird auf mehr als 250 geschätzt. Schon in der Weihnachtszeit hatte die Gruppe Anschläge vornehmlich auf Christen verübt; seit dem 22. Dezember kamen mehr als 330 Menschen ums Leben. Zuvor waren zwischen Januar und November mindestens 425 Personen getötet worden.

ÖRK: Kein religiöses „Schlachtfeld“

Der Vorsitzende der Christlichen Vereinigung Nigerias, der Pfingstpastor Ayodele Oritsejafor (Warri), beklagt, dass der Staat die Christen nicht genügend vor Übergriffen schütze. Der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), Olav Fykse Tveit (Genf), ruft zum Gebet für Frieden in Nigeria auf und appelliert an Staatspräsidenten, gemeinsame Friedensaktionen von Christen und Muslimen zu unterstützen. Nigeria dürfe nicht zu einem „Schlachtfeld“ werden, auf dem Religion missbraucht werde, um Hass und Zerstörung zu säen. Nach Angaben von Religionsstatistikern sind 51,3 Prozent der 158 Millionen Einwohner Nigerias Christen. Sie leben überwiegend im Süden. Die Muslime, die 45,1 Prozent der Bevölkerung stellen, sind vorwiegend im Norden zu Hause. Hinzu kommen in allen Landesteilen Anhänger von Naturreligionen.

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