Mission: Taufen und lehren reicht nicht mehr aus
Bad Liebenzell (idea) – Für eine „Erweiterung der traditionellen Missionsbegründung“ plädiert der Schweizer Missionswissenschaftler Roland Hardmeier (Zürich).
Der Hinweis auf den Missionsbefehl im Matthäusevangelium sei „zu schmal“, sagte der Theologe und Dozent am evangelikalen Institut für Gemeindebau und Weltmission (IGW) am 8. Januar bei der Jahrestagung des „Arbeitskreises für evangelikale Missiologie" (AfeM) in Bad Liebenzell. Missionare beschränkten sich seit langem nicht mehr darauf, Menschen „zu taufen und alles zu lehren, was Jesus Christus geboten hat“, wie es im Missionsbefehl Jesu heißt. Heute bildeten soziale Aktivitäten einen Schwerpunkt. Dies stehe in Übereinstimmung mit dem ganzheitlichen Missionsverständnis der Bibel. Die meisten Kirchen in der Dritten Welt orientierten sich am Auftrag, den Jesus für sich aus dem Alten Testament entnommen habe: Armen das Evangelium verkünden und Gefangenen, Blinden und Zerschlagenen ein Ende ihres Leidens zusprechen (Lukas 4,18). Hardmeier leitet eine Freie evangelische Gemeinde in Kloten bei Zürich und hat ein Buch mit dem Titel „Kirche ist Mission – Auf dem Weg zu seinem ganzheitlichen Missionsverständnis“ geschrieben. Der AfeM zeichnete das Werk, das an vielen evangelikalen Ausbildungsstätten benutzt wird, mit dem George-W.-Peters-Preis im Wert von 500 Euro aus.
AfeM vergibt Förderpreise
Mit jeweils 100 Euro dotierte George-W.-Peters-Förderpreise erhielten der Theologe Holger Kerschbaum (Nürnberg) für eine Examensarbeit über christliche Unternehmen und die Missionarin der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG) Hannelore Zimmermann (Sinsheim bei Heidelberg) für eine Studie über Mission unter Kindern in Elendsgebieten. Der amerikanische Missionswissenschaftler Prof. George W. Peters (1907-1988) war von 1978 bis 1987 in Deutschland für die Weiterbildung von Missionaren tätig, Gründungsrektor der Freien Hochschule für Mission in Korntal (heute Akademie für Weltmission, AWM) und Initiator des AfeM.
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