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06.02.2012

Landesbischof: Anonyme Häme im Internet macht mich zornig

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister zum Umgang mit Wulff: Wir brauchen öffentliche Buße und Vergebung. Foto: idea/kairospress

Osnabrück (idea) – Scharfe Kritik an anonymen hämischen Kommentaren im Internet hat der hannoversche Landesbischof Ralf Meister geübt.

Vor dem Hintergrund der öffentlichen Auseinandersetzungen um Bundespräsident Christian Wulff sagte er, es mache ihn zornig, wenn Menschen „überhaupt nicht mehr zu ihren Worten stehen, weil sie diese anonym produzieren und im Schutz des Verborgenen alles ausschütten können“. Auch früher seien solche Meinungen etwa am Stammtisch oder im Freundeskreis geäußert worden; doch sei es persönlich und nicht anonym geschehen. Jeder müsse für seine Kritik geradestehen, betonte der Landesbischof in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Im Zusammenhang mit der Finanz- und Medienaffäre um Wulff beklagte Meister „eine Kultur der permanenten Anschuldigung und Anklage“, die teilweise auch von den Medien verfolgt werde. Eine Gesellschaft könne nur dann zusammengehalten werden, wenn es auch so etwas wie ein „Bußsakrament“ gebe, das eine Form der öffentlichen Vergebung möglich mache. Das gebe es heute nicht mehr: „Wir können öffentlich anklagen, aber nicht öffentlich vergeben.“ An manche Personen des öffentlichen Lebens würden hohe moralische Erwartungen gestellt. Viele wünschten sich Menschen, die sich vorbildlicher verhalten als sie selbst. Die Debatte um Bundespräsident Wulff gebe Anlass, darüber tiefer nachzudenken. Meister: „Was mutet man diesen Vorbildern zu, und was kann man realistischerweise erwarten?“

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