Krankenkasse belohnt Frauen für Geburt von Kindern

Die Versicherten der Betriebskrankenkasse für Industrie, Handel und Versicherungen (BKK IHV)verpflichten sich, keine Abtreibungen vornehmen zu lassen.
Wiesbaden (idea) – Eine deutsche Krankenkasse belohnt Frauen für die Geburt eines Kindes. Es handelt sich um die Wiesbadener Betriebskrankenkasse für Industrie, Handel und Versicherungen (BKK IHV).
Wie alle Kassen ist sie verpflichtet, auch Schwangerschaftsabbrüche zu bezahlen. Allerdings haben Frauen, die Abtreibungen ablehnen, die Möglichkeit, der Krankenkasse über die Agentur „Verwaltungsstelle ProLife“ beizutreten. Mitglieder von ProLife (Für das Leben) verpflichten sich, keine Abtreibungen vorzunehmen. Im Gegenzug bekommen sie bei jeder Geburt 300 Euro. Die Idee stammt von dem Schweizer Verein ProLife, der seit über 20 Jahren Erfahrung und inzwischen 50.000 Versicherten hat. ProLife ist der Ansicht, dass der solidarische Verzicht aller Mitglieder auf Abtreibungen „ein unübersehbares Signal in unserer Gesellschaft ist und deutlich macht, dass der Schutz ungeborener Kinder keine Privatsache ist“, wie es auf der Internetseite heißt. Die BKK IHV hat rund 16.000 Mitglieder, von denen etwa 1.200 über ProLife versichert sind.
„Spiegel“: Ein „Sammelbecken fundamentalistischer Christen“
Massive Kritik an der Krankenkasse übt das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Hamburg). Sie profiliere sich als „Sammelbecken fundamentalistischer Christen“, heißt es in der neuen Ausgabe. Ihre Werbung verstoße gegen die Verpflichtung zur weltanschaulichen Neutralität. Auch andere Krankenkassen seien alarmiert: Der AOK-Bundesverband lehne eine Zusammenarbeit mit der BKK IHV ab. Der Landesverband der Betriebskassen in Hessen habe der BKK IHV dringend geraten, zur Abwendung von politischem Schaden die Zusammenarbeit mit Pro Life zu beenden. Laut „Spiegel“ weist der Vorstand, Heinz-Werner Stumpf, die Kritik als einen Versuch zurück, „politische Gegner, die erfolgreich sind und gute Arbeit leisten, mit Schmutz zu bewerfen“.
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