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17.01.2012

Kirchen sollen bei Facebook, Xing und Twitter mitmischen

Theologe Thomas Zeilinger: „Nicht auf den moralischen Zeigefinger beschränken“. Foto: Privat

Bad Herrenalb (idea) – Für ein stärkeres Engagement der Kirchen in den sozialen Internet-Netzwerken Facebook, Xing und Twitter hat sich der evangelische Theologe Thomas Zeilinger (Fürstenfeldbruck bei München) ausgesprochen.

Sie sollten sich „nicht auf den moralischen Zeigefinger und ein prophetisches Wächteramt gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen beschränken, sondern aktiv mitmischen und eigene Vorstellungen vertreten“, sagte der Privatdozent an der Universität Erlangen-Nürnberg bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Bad Herrenalb bei Karlsruhe. Seiner Ansicht nach gehört es zur Identität der evangelischen Kirche, moderne Massenkommunikationsmittel zu benutzen. Dies entspreche der Idee eines Priestertums aller Getauften, wie sie der Reformator Martin Luther (1483-1546) proklamiert habe. Ähnlich argumentierte Akademiedirektor Siegfried Strobel. Nach seinen Worten wäre Luthers Botschaft wahrscheinlich untergegangen, wenn er nicht auf den Buchdruck als modernstes Kommunikationsmittel seiner Zeit gesetzt hätte. Deshalb empfahl Strobel den Kirchen, „nicht kulturpessimistisch zu handeln, wenn es im kirchlichen Bereich um die Nutzung neuer Medien geht“. Wichtig sei die Qualität der Inhalte. Der Internetexperte Prof. Dr. Peter A. Henning von der Hochschule Karlsruhe bezeichnete den politischen Umbruch im Nahen Osten als Beispiel dafür, wie schnell man Menschen für Protestversammlungen mobilisieren könne. Darin liege aber auch eine Gefahr: Mit entsprechenden Impulsen könne man auch ein kollektives Fehlverhalten auslösen.

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© 2012 idea e.V. - Evangelische Nachrichtenagentur