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07.07.2010

Kirche plant Schule für Kinder mit und ohne Behinderung

In Essen soll die „Evangelische Inklusive Zukunftsschule“ entstehen. Foto: Pixelio/Dieter Schütz

Essen (idea) – Ein in Nordrhein-Westfalen einmaliges Projekt plant der Evangelische Kirchenkreis Essen. In den kommenden Jahren soll in der Ruhr-Metropole die „Evangelische Inklusive Zukunftsschule“ entstehen.

Wie der Kirchenkreis am 6. Juli mitteilte, wurde ein Initiativkreis gegründet, der das Projekt vorantreiben soll. Kernbestandteil des Konzepts ist der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen. Zwar gibt es an nordrhein-westfälischen Schulen mitunter einzelne Klassen, in denen Schüler mit und ohne Handicap gemeinsam lernen. In der geplanten evangelischen Schule soll dies aber die Regel sein. Bis zum Mai 2011 soll ermittelt werden, wie groß das Interesse von Eltern an dem Projekt ist. Dann soll die Kreissynode über das Vorhaben entscheiden. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Bezirksregierung könnte der Unterricht im Jahr 2012 starten. Ziel sei die Errichtung einer vierzügigen Ganztagsschule ab Klasse fünf, hieß es. Alle Abschlüsse – vom Sekundarabschluss I bis zum Abitur – sollen dort erworben werden können. Zudem werde die Einrichtung einen musischen Schwerpunkt haben. Religion und Philosophie wären Pflichtfächer.

Rückenwind durch rot-grüne Pläne

Die Pläne für die Gründung einer solchen Schule hatten nicht nur in Fachkreisen und in der Politik für Aufsehen gesorgt: „Einige Eltern hätten ihre Kinder gern schon im nächsten Schuljahr bei uns angemeldet“, berichtet Schulreferent Dietmar Klinke. Rückenwind für das Projekt hätten auch die aktuellen Pläne zum Umbau des Schulwesens in Nordrhein-Westfalen gegeben. SPD und Bündnis 90/Die Grünen planen die Gründung von Gemeinschaftsschulen, die langfristig das dreigliedrige Schulsystem ablösen sollen. Auch dort soll der Aspekt der Inklusion – also das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung – berücksichtigt werden. Schon jetzt besuchen immer mehr Schüler mit Handicap die Regelschule. Laut dem Schulministerium stieg dort der Anteil von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf von 8,8 Prozent im Jahr 2000 auf 16,1 Prozent im laufenden Schuljahr.

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