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19.09.2011

Kauder: Religionsfreiheit weltweit durchsetzen

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder. Foto: PR

Berlin (idea) – Die Durchsetzung des Rechts auf weltweite Religionsfreiheit wurde in Deutschland lange Zeit vernachlässigt. Es dürfe nicht nur auf dem Papier stehen, forderte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, am 19. September in Berlin.

Er sprach vor 300 Teilnehmern bei der Veranstaltung seiner Fraktion „Religionsfreiheit verteidigen, Christen beistehen“. Kauder zufolge ist es ein existenzielles Menschenrecht, die eigene Glaubensüberzeugung öffentlich zu leben. Nichts mache die Identität eines Menschen mehr aus als der Glaube. Er setze sich für die freie Ausübung aller Religionen ein. Bedrängt würden vor allem Christen in islamisch geprägten Ländern. Kauder kündigte an, bei Reisen nach Nigeria und Eritrea die Lage der dortigen Christen anzusprechen. Der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Peter Kardinal Turkson (Rom), berichtete, dass weltweit zwei Drittel aller Christen bedrängt oder verfolgt würden. Die Schwere reiche von Beeinträchtigungen bei der Berufsausübung bis zu physischer Gewalt. Er bat die Bundesregierung, im Einsatz für weltweite Religionsfreiheit nicht nachzulassen.

EKD: Bei Religionsfreiheit sind sich die Kirchen einig

Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), betonte, dass sich die evangelische und die römisch-katholische Kirche bei der Forderung nach Religionsfreiheit einig seien. Es gelte die biblische Aussage „Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit“ (1. Korinther 12,26). In manchen Regionen erlebten Christen Anschläge gegen Wohn- und Gemeindehäuser, Schikanen beim Erwerb von Grundbesitz oder persönlichen Terror. Im Nahen Osten sei es dadurch zu einem „beachtlichen Exodus“ gekommen. So sei in der Türkei durch eine „gezielte Vertreibungspolitik“ der Anteil der Christen binnen 100 Jahren von 25 auf 0,2 Prozent geschrumpft. Schneider forderte dazu auf, bedrängten Christen Briefe zu schreiben, für sie zu beten und sie zu besuchen.

Irak: Angst vor Massakern und Vergewaltigung

In einer Podiumsdiskussion schilderte die katholische Ordensschwester Thérèse Moussalem (Damaskus/Syrien) die Lage der Christen im Irak. Viele Familien seien aus Angst vor Massakern oder Vergewaltigungen aus dem Land geflüchtet. Sie hätten keine Möglichkeit, in ihre Heimat zurückzukehren. In Syrien bekämen sie in der Regel keine Arbeitserlaubnis. Zudem seien viele Familien getrennt. Der Direktor des katholischen Instituts für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden, Prof. Obiora Ike (Enugu/Nigeria), berichtete über die zunehmende Islamisierung Nigerias. In zwölf der 36 Bundesstaaten gelte das islamische Religionsgesetz, die Scharia. Über 30.000 Christen säßen wegen ihres Glaubens im Gefängnis. Zum Teil würden Kirchen in Brand gesetzt. Ziel der katholischen Kirche in dem westafrikanischen Land sei es, den interreligiösen Dialog zu pflegen, um so zum Frieden beizutragen. Dafür benötige der Islam eine Reformation.

Indien: Gewalt ist Teil des Hinduismus

Der Generalsekretär der Evangelischen Allianz von Indien und Asien, Richard Howell (Neu Delhi), vertrat die Ansicht, dass Diskriminierung und Gewalt Teil des Hinduismus seien. Zudem trage diese Religion in Indien nationalistische Züge. Unter Verfolgung litten dort Christen und Muslime. Diskriminierung gebe es etwa bei der Versammlungsfreiheit und auf dem Arbeitsmarkt. Der Hinduismus teilt Menschen in vier Kasten ein. Noch darunter stehen die kastenlosen Dalits (Unberührbare). Viele von ihnen wenden sich laut Howell dem christlichen Glauben zu, da die Kirchen ihnen Ausbildung, Arbeit und medizinische Versorgung böten.

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