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30.01.2012

Jugendevangelisation: Gottes Gericht nicht ausklammern

Der an der Universität Greifswald tätige Theologe Matthias Clausen. Foto: PR

Berlin (idea) – Die Predigt vom Gericht Gottes darf in der evangelistischen Jugendarbeit nicht unterschlagen werden. Darin stimmten die Mitwirkenden beim Forum Jugendevangelisation überein, das vom 27. bis 29. Januar in Berlin stattfand.

Der am Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung an der Universität Greifswald tätige Theologe Matthias Clausen verwies darauf, dass in der Bibel vom Jüngsten Gericht am Ende der Zeiten gesprochen werde: „Zugleich gilt aber: Gott selbst leidet am meisten darunter, dass Menschen verloren gehen können“. Clausen rief dazu auf, einladend vom Gericht zu reden: „Je deutlicher wird, wie heilsam Gottes Nähe ist, desto deutlicher wird auch, wie schlimm es wäre, diese Nähe auf ewig zu verpassen.“ Der Evangelist und Liedermacher Frank Döhler (Dresden) vertrat in einer Podiumsdiskussion die Ansicht, dass die Botschaft vom Gericht Teil des Evangeliums sei: „Die gute Nachricht ist, dass Jesus uns Menschen durchbringt.“ Die Gnade Gottes mache ohne das Gericht keinen Sinn, so Döhler. Trotzdem dürften Prediger und Evangelisten gelassen sein, denn ob jemand zum Glauben finde oder nicht, liege letztlich am Wirken des Heiligen Geistes: „Es ist nicht unsere Aufgabe zu entscheiden, wer in den Himmel kommt und wer in die Hölle.“

Botschaft vom Gericht leuchtet Kirchenfernen ein

Der Gemeindepädagoge Waldemar Buttler (Hoyerswerda) sagte, die Botschaft vom Gericht Gottes leuchte in der Regel auch kirchenfernen Menschen ein. Den meisten sei der Gedanke nicht unbekannt, dass sie für ihr Leben Rechenschaft ablegen müssten. Die Jugendreferentin beim Bibellesebund, Katharina Haubold (Gummersbach), sprach sich dafür aus, den Begriff „Hölle“ neu zu füllen. Für heutige Ohren klinge er abstrakt. Die Hölle gebe es auch in der Welt. Haubold: „Hölle ist für mich in erster Linie Leid.“ Allerdings werde nur noch selten über das Gericht Gottes und die mögliche ewige Verdammnis gesprochen. So kümmere es in christlichen Kreisen nur wenige, was einst mit ihren nichtgläubigen Angehörigen geschehen werde. Der Musiker und Streetworker Simon Becker (Magdeburg) plädierte dafür, jungen Menschen den christlichen Glauben vorzuleben und nicht nur in Predigten davon zu sprechen. Jugendliche seien seiner Erfahrung nach eher über das Fußballspielen als über eine evangelistische Predigt zu erreichen. Das Forum Jugendevangelisation wird verantwortet von der Arbeitsgemeinschaft Jugendevangelisation (agje). Bei der Tagung wurde eine neue Internet-Plattform vorgestellt, über die sich Gemeinden mit Evangelisten in Verbindung setzen können (www.agje.de).

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