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17.01.2012

Intelligenzforscher: Gute Noten werden nicht vererbt

Eltern sollten ihre Kinder keinem zu starkem Leistungsdruck aussetzen.

Hamburg (idea) – Studierte Eltern brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ihre Kinder in der Schule nicht die erhofften guten Noten erreichen. Denn intelligente Väter und Mütter bringen nicht automatisch intelligenten Nachwuchs hervor.

Darauf macht der Marburger Psychologie-Professor Detlef H. Rost in der Zeitschrift Eltern Family (Hamburg) aufmerksam. „Gute Noten werden nicht vererbt“, so der Intelligenzforscher. Nach seinen Angaben setzt sich Intelligenz aus vermutlich mehr als 100 Genen zusammen. Bei der Vererbung könnten daraus unzählige unterschiedliche Kombinationen entstehen. Sehr intelligente Eltern brächten im Durchschnitt nicht ganz so intelligente Kinder hervor. Dagegen hätten Väter und Mütter mit geringerer Intelligenz im Schnitt etwas schlaueren Nachwuchs. Rost rät Eltern im Blick auf die Noten ihrer Kinder zu mehr Gelassenheit: „Es ist keine Katastrophe, wenn ein Kind keine Gymnasialempfehlung bekommt. Und mit Schuld hat das nichts zu tun.“ Der Psychologe warnt davor, Kinder einem starken Leistungsdruck auszusetzen. Dieser führe oft zu Überforderung und emotionaler Instabilität bis hin zu späterem Versagen. Außerdem lägen Schulschwierigkeiten eines Kindes nicht immer an der Intelligenz. Sie sei zwar wichtig für Leistungen in der Schule, aber es gebe weitere wichtige Faktoren: Ist mein Kind motiviert zu lernen und dem Unterricht zu folgen? Ist es bereit sich anzustrengen? Hat es ein gutes Arbeitsverhalten, und macht der Lehrer einen interessanten Unterricht.“

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