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07.02.2012

„Ihr seid verantwortlich dafür, dass sich Auschwitz nicht wiederholt“

Der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer sprach bei einer christlichen Gedenkfeier in Nürnberg. Foto: ML-Fotos

Nürnberg (idea) – Mit einer Gedenkfeier haben Nürnberger Christen an die „Wannsee-Konferenz“ vor 70 Jahren erinnert, bei der Nationalsozialisten die Ermordung europäischer Juden vorbereitet hatten.

Unter den 350 Besuchern waren viele Mitglieder von CVJM-Gruppen. Insbesondere ihnen galten die Worte des Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer, der selber im Konzentrationslager Auschwitz gefangen gehalten worden war: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“ Mannheimer, dessen Frau gleich nach der Einlieferung in Auschwitz umgebracht wurde, berichtete, dass Angst, Hunger und Kälte ständige Begleiter gewesen seien. Auch habe man unter zynischen Sprüchen der Aufseher gelitten, etwa: „Ordnung, Sauberkeit und Disziplin – wer nicht spurt, geht durch den Kamin!“ Veranstalter der Gedenkfeier am 29. Januar war der Nürnberger Arbeitskreis „Suchet der Stadt Bestes“. Dessen Vorsitzender, Hansjürgen Kitzinger, mahnte, antisemitische Tendenzen in Deutschland ernst zu nehmen. Einer Untersuchung zufolge sei jeder fünfte Deutsche judenfeindlich eingestellt. Alte Klischees seien nicht nur an Stammtischen zu hören, sondern auch auf Schulhöfen. Im Internet nähmen antijüdische Inhalte ebenfalls zu. Laut Kitzinger sind Christen gefordert, sich neu zu ihren geistlichen Wurzeln zu bekennen und die biblischen Verheißungen der bleibenden Erwählung des Volkes Israel zu erkennen.

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