Hollywood prägt das Bild von Christen

Der Internationale Direktor der Überseeischen Missionsgemeinschaft (ÜMG), Patrick Fung: Ausbreitung des christlichen Glaubens in Asien erschwert. Foto: idea/Grasse
Wetzlar (idea) – Die Hollywood-Filmindustrie prägt ein Bild von Christen, das die Ausbreitung des christlichen Glaubens in Asien erschwert. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, das zu ändern, meint der Internationale Direktor der Überseeischen Missionsgemeinschaft (ÜMG), Patrick Fung (Singapur).
In Asien würden Christen nicht selten für Menschen gehalten, die über die Stränge schlagen, sich betrinken und wilde Partys feiern, sagte Fung bei einem Besuch in der idea-Redaktion in Wetzlar. Dass entschiedene Christen versuchten, ein moralisches Leben zu führen, sei häufig nicht bekannt. Aus diesem Missverständnis heraus stoße der christliche Glauben vor allem unter Muslimen auf Ablehnung, aber auch unter Angehörigen asiatischer Religionen wie Buddhismus und Hinduismus. Für eine Änderung könnten nur Christen selbst sorgen, indem sie glaubwürdig in ihrer Umgebung leben, sich mit ihren Nachbarn anfreunden und versuchen, durch ihr Vorbild ein anderes öffentliches Bild des Christentums zu vermitteln. Ein solcher Prozess brauche viel Zeit, so Fung, aber er sehe dazu keine Alternative.
China: Hunger nach christlicher Spiritualität
Dass ein solches Vorbild auch eine missionarische Komponente habe, zeige sich in China. Weil die Christen dort selbstlos Armen und Menschen in Not helfen, sei das Interesse am christlichen Glauben gestiegen. „Warum macht ihr das?“, sei eine immer wieder an Christen gerichtete Frage. In der kommunistisch regierten Volksrepublik gebe es inzwischen einen großen Hunger nach christlicher Spiritualität. Fung: „Es geht nicht darum, wie viel man über Gott redet, sondern was man tut.“ Mindestens 50 Millionen Chinesen seien inzwischen Christen. Manche Quellen gingen auch von mehr als doppelt so vielen aus, doch diese Zahlen seien sehr spekulativ, stellte Fung klar. Neben der staatlichen anerkannten Drei-Selbstbewegung und den illegalen Hauskirchen gebe es eine dritte christliche Gruppe in China - Christen, die in Übersee zum Glauben gefunden hätten und in ihre Heimat zurückkehrten. Diese Gruppe werde immer stärker und sei gerade unter Intellektuellen missionarisch aktiv. Als ein immer noch sehr wirksames Missionsinstrument in Asien bezeichnete Fung den Hörfunk: „Noch nicht alle Chinesen haben einen Fernseher. Aber ein Radio gibt es in jedem Haushalt.“
ÜMG sucht 900 Mitarbeiter
Die ÜMG ist aus der China-Inland-Mission hervorgegangen, die 1865 von dem China-Missionar James Hudson Taylor (1832-1905) in Großbritannien gegründet wurde. Nach der kommunistischen Machtübernahme in China mussten 1950 alle Missionare das Land verlassen. Inzwischen ist die ÜMG in zwölf asiatischen Ländern sowie auch unter im Westen lebenden Asiaten mit 1.300 Mitarbeitern aus 30 Nationen missionarisch tätig. Innerhalb der nächsten Jahre will das Werk seine Arbeit ausweiten. „Wir beten um 900 neue Mitarbeiter bis zum Jahr 2011, darunter 700 für die Mission und 200 für unstützende Dienste“, erläuterte Fung. Der Mediziner wurde in Hongkong geboren und ist seit 2006 der erste Chinese an der Spitze der Mission. Der deutsche Zweig unter Leitung von Hans Walter Ritter hat seinen Sitz in Mücke (Mittelhessen).
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