Gefahr für Christen in Indien: Stolz und Geld
Marburg/Kanigiri (idea) – Stolz und die Liebe zum Geld stellen Gefahren für die Verantwortlichen christlicher Gemeinden in Indien dar. Diesen Eindruck hat der theologische Referent der Stiftung Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor in Marburg, Helmut Blatt (Lohra bei Marburg), bei seinem vierten Aufenthalt seit 2003 in dem asiatischen Land gewonnen.
Nichts brauchten die christlichen Gemeinden Indiens nötiger als „gescheite und bescheidene Lehrer und Leiter“, sagte Blatt. Am Bibelseminar der Südindischen Baptistenmission in Kanigiri im Bundesstaat Andhra Pradesh hatte er Vorträge über das biblische Buch der Offenbarung gehalten. Wie er gegenüber idea erläuterte, wendeten sich in Indien vor allem verarmte Dalits (Kastenlose) dem christlichen Glauben zu. Der Hinduismus biete ihnen weder Hoffnung noch Zukunft. Durch die vorherrschende Religion bleibe das Land „in Armut, im Dreck, im Rassismus, in Korruption, Lüge und Heillosigkeit“, so Blatt. Es sei für ihn unbegreiflich, warum sich immer mehr Menschen auch in Deutschland für den Hinduismus und seine Lehre der Reinkarnation interessierten. Schätzungen zufolge leben in Deutschland rund 95.000 Hindus.
Malaysier missioniert in Indien
Begeistert äußerte sich Blatt über die Arbeit des aus Malaysia stammenden christlichen Missionars Sam Vengadasalam. Der in Deutschland ausgebildete Theologe sei seit rund 20 Jahren in den indischen Bundesstaaten Andhra Pradesh und Tamil Nadu tätig und habe über 20 Gemeinden mit jeweils bis zu über 100 Mitgliedern gegründet. Er scheue sich nicht, in die ärmsten Gebiete zu den verachtetsten Menschen zu gehen. Für Frauen organisiere er Nähkurse. Wer eine solche Schulung erfolgreich absolviere, erhalte eine Nähmaschine geschenkt und sei so in der Lage, den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Als einen Höhepunkt seiner Reise erlebte Blatt die Taufe von 13 jungen Indern, die Christen geworden waren. Von den 1,2 Milliarden Einwohnern Indiens sind 82 Prozent Hindus, zwölf Prozent Muslime und mindestens drei Prozent Christen.
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