Freikirchen gedenken in Israel der „Wannseekonferenz“
Jerusalem/Witten (idea) – Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat sich in Israel am Gedenken an die „Wannseekonferenz“ vor 70 Jahren beteiligt. 1942 hatten Vertreter der nationalsozialistischen Regimes den Holocaust an den europäischen Juden vorbereitet.
Die „Internationale Christliche Botschaft Jerusalem“ (ICEJ) führte am 19. und 20. Januar verschiedene Gedenkveranstaltungen durch. Daran nahmen 70 Vertreter deutscher und österreichischer Freikirchen sowie christlicher Werke und weitere Persönlichkeiten aus Politik und Religion in Israel teil. Die VEF wurde durch Vorstandsmitglied Hannelore Illgen (Hannover) vertreten. Sie legte mit anderen Delegierten im Holocaust-Gedenkzentrum Yad Vashem einen Gedenkkranz nieder, teilte die VEF am 26. Januar mit. Der Direktor der Abteilung für internationale Beziehungen Yad Vashems, Shaya Ben Jehuda, empfing die Christen und zeigte sich bewegt, dass einzelne Delegierte auch ihre Kinder mitgebracht hatten, um die nächste Generation in das Wissen um die Vergangenheit einzubeziehen. Der Generalsekretär des Jüdischen Welt-Kongresses, Dan Diker, rief zur Wachsamkeit hinsichtlich der Propaganda zur Vernichtung des israelischen Staates auf, um ein neues „Wannsee“ zu vermeiden. Der evangelische Propst von Jerusalem, Uwe Gräbe, erinnerte an das Versagen fast aller Christen während des Nationalsozialismus.
Begegnung mit dem Oberrabiner
Anlässlich der Gedenkveranstaltungen kam es auch zu einer Begegnung mit Oberrabbiner Jona Metzger sowie Rabbiner David Rosen. Metzger lobte dabei die deutsch-israelischen Beziehungen. Zur VEF gehören zehn Kirchen und Gemeindebünde als Mitglieder und vier als Gastmitglieder. Als Präsident amtiert der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, Ansgar Hörsting (Witten). Die VEF vertritt nach eigenen Angaben etwa 260.000 Christen in Deutschland. Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) wurde 1980 von Christen gegründet, um die Verbundenheit mit dem Staat Israel zum Ausdruck zu bringen und zu fördern. Das Werk hat Zweigstellen und Vertretungen in rund 60 Ländern. Die ICEJ tritt für das Existenzrecht Israels und Jerusalem als israelische Hauptstadt ein. Es koordiniert außerdem soziale Hilfsleistungen. Internationaler Direktor ist seit Herbst 2011 der deutsche Physiker Jürgen Bühler (Jerusalem).
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