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08.02.2012

Frankreich: Führender Sozialist löst Sorge im Elsass aus

Präsidentschaftskandidat Francois Hollande: Trennung von Kirche und Staat in Verfassung aufnehmen. Foto: Matthieu Riegler, Wikimedia Commons

Paris (idea) – Sorge bei Kirchenmitgliedern im Elsass und Teilen Lothringens hat ein Vorstoß des sozialistischen Präsidentschaftskandidaten Francois Hollande ausgelöst.

Der Herausforderer des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy will die strikte Trennung von Staat und Religion in der Verfassung verankern. Der säkulare Charakter des Staats ist bereits in einem Gesetz aus dem Jahre 1905 festgeschrieben, aber im Elsass und im Departement Mosel (Lothringen) gelten Sonderregelungen, weil diese Gebiete damals zum Deutschen Reich gehörten. So ist dort der Religionsunterricht Pflichtfach, und Geistliche werden vom Staat bezahlt. Auch in französischen Überseegebieten gibt es Ausnahmen. Wie der Präsident der Föderation Protestantischer Kirchen Frankreichs, Pastor Claude Baty (Paris) vom Bund Freier evangelischer Gemeinden, erklärte, sei nicht klar, was Hollandes Vorstoß genau bedeute. Der säkulare Staat sei bereits in der Verfassungspräambel festgelegt. Allerdings könne eine zusätzliche Verankerung Auswirkungen auf die staatliche Finanzierung des Unterhalts historischer Kirchen haben, sagte er der ökumenischen Nachrichtenagentur ENInews. Alle vor 1905 erbauten Kirchen sind in staatlichem Besitz. Von den 65 Millionen Einwohnern Frankreichs sind einer Umfrage zufolge etwa 32 Millionen Katholiken, 5,7 Millionen Muslime, 1,7 Millionen Protestanten und 600.000 Juden sowie 20 Millionen Konfessionslose. Die übrigen machen andere oder keine Angaben. Die Protestanten sind in zwei Dachverbänden organisiert. Die Föderation umfasst rund 900.000 Mitglieder reformierter, lutherischer sowie anderer evangelischer Kirchen und Gemeinden. Der Nationalrat der Evangelikalen Frankreichs (Conseil National des Evangeliques de France), der zur Europäischen Evangelischen Allianz gehört, repräsentiert etwa 460.000 Gemeindemitglieder. Als erster Vorsitzender amtiert der baptistische Theologe Etienne Lhermenault (Nogent sur Marne).

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