FDP-Politiker: Was „Babykörbchen“ und Freiwilligendienste leisten

V.l.n.r.: Ingo Schramm, MdB Florian Bernschneider, MdB Nicole Bracht-Bendt und Dr. Burkhard Budde. Foto: PR
Braunschweig (idea) – Über ein „Babykörbchen“ und Freiwilligendienste haben sich zwei FDP-Bundestagsabgeordnete am 21. Februar im Braunschweiger Marienstift informiert.
Die 52-jährige Nicole Bracht-Bendt (Buchholz/Nordheide) interessierte sich besonders für das Babykörbchen, das seit 2001 in der Diakonieeinrichtung besteht. Dort können Mütter in Notsituationen ihr Neugeborenes anonym abgeben. Wie der Vorstandsvorsitzende des Marienstiftes, Burkhard Budde, berichtete, sei auf diese Weise vier Kindern das Leben gerettet worden. Dies sei ein „letzter Ausweg für Frauen in einer extremen Not- und Konfliktsituation“. Budde widersprach Bestrebungen, Babyklappen zu schließen. Der Deutsche Ethikrat hatte dies im November 2009 empfohlen, weil anonyme Geburten das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft verletze. Für Budde hat jedoch das Recht auf Leben Vorrang. Bracht-Bendt, Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestags, wies darauf hin, dass es in Niedersachsen etwa 280 Schwangerenkonfliktberatungsstellen gebe; aber selbst nach einem notwendigen Ausbau dieses Netzwerks könne man nicht alle Frauen in Not erreichen. Deshalb sei das „Babykörbchen“ ein wichtiges Mittel, um Leben zu schützen.
Ältere Freiwillige gesucht
Der 25 Jahre alte FDP-Bundestagsabgeordnete Florian Bernschneider (Braunschweig) erkundigte sich nach Einsatzstellen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) und des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) im Marienstift, zu dem unter anderem ein Krankenhaus, ein Altenpflegeheim und Ausbildungsstätten gehören. Die kirchliche Stiftung stellt 16 Plätze für „Freiwillige“ zur Verfügung. Der BFD wurde im vorigen Jahr nach der Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes eingerichtet und steht allen Altersgruppen offen. Laut Budde hat es im Marienstift bisher noch keine Anfragen von Personen gegeben, die älter als 27 Jahre sind. Um die „Zivi-Lücke“ zu füllen, sei der BFD ohne Altersgrenze wichtig. Er biete Frauen und Männern die Chance, sich mit ihren Kompetenzen, Lebens- und Berufserfahrungen für das Allgemeinwohl zu engagieren. Das 1870 gegründete Marienstift beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter.
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