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05.01.2012

„Fall Hentschel“: BKA informierte Angehörige nicht richtig

2010 gab es die letzten Hinweise bei Suche nach der entführten christlichen Familie Hentschel. Foto: privat

Radebeul (idea) – Im Fall der Mitte 2009 im Jemen entführten christlichen Familie Hentschel hat das Bundeskriminalamt (BKA) offenbar schon seit Oktober 2010 keine Erkenntnisse mehr gehabt. Die Angehörigen seien darüber „leider nicht richtig informiert“ worden, teilte der Schwager des vermissten Familienvaters, Pfarrer Reinhard Pötschke (Radebeul), am 5. Januar der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf Anfrage mit.

Inzwischen hat das BKA den Fall als ungeklärt zu den Akten gelegt. Johannes und Sabine Hentschel (beide 36 Jahre alt) aus dem sächsischen Meschwitz bei Bautzen arbeiteten seit 2003 an einem staatlichen Krankenhaus in der Provinz Saada. Am 12. Juni 2009 wurden sie mit ihren drei Kindern und vier anderen Christen verschleppt. Von den Eltern und ihrem damals einjährigen Sohn Simon sowie von einem britischen Ingenieur fehlt jede Spur. Drei der Opfer – zwei deutsche Krankenschwestern und eine südkoreanische Lehrerin – wurden erschossen aufgefunden. Die Töchter Lydia (7) und Anna (5) wurden im Mai 2010 überraschend befreit und kehrten nach Deutschland zurück. Viel mehr Informationen gäben die BKA-Akten nicht her, sagte Pötschke. Ende 2011 hatte er Einsicht in die rund 1.000 Seiten genommen. Sie enthielten außer dem Hinweis, dass die Kinder sofort nach der Entführung von den Eltern getrennt wurden, keine harten Fakten. Das BKA sei vielen Spuren nachgegangen, die sich aber alle als falsch erwiesen hätten. Einige Trittbrettfahrer hätten auf Belohnung gehofft, indem sie Informationen zu beschaffen versprachen.

Noch immer beten Christen für Hentschels

Pötschke: „Es gibt weder ein Lebenszeichen von den Eltern noch Berichte über Geheimverhandlungen.“ Er hätte es besser gefunden, wenn man ihn eher und umfassender über den Ermittlungsstand aufgeklärt hätte. Dies sei auch für die weltweite Gebetskette wichtig. Bis heute erhalte die Familie Zuschriften von Christen, die sie ermutigten und ihnen mitteilten, dass sie weiter für die Vermissten beteten. „Das gibt uns viel Kraft, mit unserer Situation umzugehen“, so der Pfarrer.

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