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30.01.2012

Evangelischer Sozialträger zahlt 30.000 Euro für Beraterverträge

Trotz Protesten soll der früherer Innenminister Brandenburgs, Rainer Speer, engagiert worden sein. Foto: PR

Berlin (idea) – Das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) soll dem umstrittenen früheren brandenburgischen Innenminister Rainer Speer (SPD) 30.000 Euro für zwei Beraterverträge gezahlt haben.

Speer war 2010 wegen privater und dienstlicher Ungereimtheiten als Innenminister in Brandenburg zurückgetreten. Ende 2010 zog er sich ganz aus der Politik zurück. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, nutzt er nun seine Beziehungen, um als Berater Geld zu seiner Pension von monatlich 3.800 Euro hinzuzuverdienen. So soll der Vorstand des diakonischen Sozialunternehmens auf Vorschlag von Vorstands-Chef Siegfried Dreusicke mit Speer im März und Mai vergangenen Jahres zwei mehrjährige Verträge über 10.000 und 20.000 Euro abgeschlossen haben – trotz internen Protests einiger. Danach hat Speer das EJF unter anderem beim Projekt einer Einrichtung für kriminelle Jugendliche auf dem Johanneshof in Rauen (Landkreis Oder-Spree) beraten. Aufgrund von Widerstand im Ort wurde daraus jedoch nichts. Außerdem ist er als Berater für den Ausbau eines weiteren Diakonieprojekts – des „Landhofs Liepe“ (Landkreis Barnim) – unter Vertrag. Der Führungsstil Dreusickes sei innerhalb des EJF schon länger umstritten, heißt es in dem Beitrag weiter. Deshalb wolle unter anderem sein designierter Nachfolger, Prof. Burkhard Utecht, das Sozialunternehmen verlassen. Dreusickes Führung werde von nicht wenigen als „Alleinherrschaft“ betrachtet. Der 70-jährige Anwalt will im Frühjahr seinen Posten räumen.

EJF: Aufsichtsrat stimmte Beratervertrag zu

Das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk wies diese Vorwürfe scharf zurück. Wie Sprecher Heiko Krebs sagte, habe der Aufsichtsrat die Vergabe des Beratervertrages an Speer befürwortet. Mit großer Mehrheit habe er „sowohl den Inhalt als auch den finanziellen Umfang des Vertrages – zur Zeit 1.052,63 Euro pro Monat – zustimmend zur Kenntnis genommen“. Darüber hinaus scheide Utecht auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand des EJF aus, um in einer leitenden Position im Hochschulbereich tätig zu sein. Dreusickes designierter Nachfolger sei Vorstandsmitglied Andreas Eckhoff, der zum 1. Mai auch die Geschäftsführung des EJF übernehmen werde. Das EJF ist einer der größten Sozialträger Berlins. Nach eigenen Angaben unterhält das Werk Einrichtungen der Kinder-, Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern.

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