Erdbeben in der Türkei: Wie Protestanten helfen
Van (idea) – Immer neue Erdstöße erschüttern den Osten der Türkei. Im Katastrophengebiet ist eine kleine evangelische Gemeinde zu einer Zentrale der Hilfe türkischer Christen für die Überlebenden geworden.
Tausende harren in eisiger Kälte von bis zu Minus 15 Grad in Zelten und Notunterkünften aus. Am 23. Oktober hatte ein schweres Beben der Stärke 7,2 auf der Richterskala die Provinz Van im Grenzgebiet zum Iran erschüttert; mehr als 600 Menschen kamen ums Leben. Am 9. November bebte die Erde erneut mit einer Stärke von 5,6; 39 Menschen wurden getötet. In der Nacht zum 15. November ereignete sich ein schweres Nachbeben (5,2). Dabei gab es laut ersten Berichten keine Todesopfer. Zahlreiche evangelische Gemeinden in der überwiegend muslimischen Türkei haben ehrenamtliche Helfer in die Katastrophenregion entsandt. Eine kleine Gemeinde in der Provinzhauptstadt Van dient als Koordinierungszentrum für die Verteilung von Lebensmitteln und Medizin. Nach Angaben des Informationsdienstes Baptist Press (Nashville/US-Bundesstaat Tennessee) kommen Dutzende Hilfsbedürftige in die Gemeinde, darunter auch Flüchtlinge aus Afghanistan. Christen versorgten sie mit dem Nötigsten und erwiesen ihnen so Nächstenliebe. Der Provinzgouverneur Munir Karaloglu hat um mehr Hilfe aus der Türkei gebeten. Es mangele an Kleidung, Nahrung und Unterkünften. Tausende seien aus Furcht vor weiteren Beben und einsturzgefährdeten Häusern geflohen, sagte er der Nachrichtenagentur Anadolu. Unter den 72 Millionen Einwohnern der Türkei bilden die etwa 120.000 Christen, davon etwa 4.000 Evangelikale, eine kleine Minderheit. 95 Prozent sind Muslime.
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