Entführung: Axel Hüls mit Kindern weiter in Ägypten?
Celle (idea) – Im Entführungsfall Axel Hüls gehen die Ermittlungsbehörden in Niedersachsen davon aus, dass sich der Mann und seine vier Kinder im Nahen Osten aufhalten, möglicherweise in Ägypten. Konkrete Hinweise, dass der 37-jährige Hüls und die Kinder in Süddeutschland gesehen wurden, hätten sich nicht bewahrheitet, teilte ein Sprecher der Polizei in Celle auf idea-Anfrage mit.
Hüls der als psychisch labil und religiös extremer Christ gilt, hatte die Buben Jonas (8) und Benjamin (7) sowie die Mädchen Miriam (5) und Lisa (4) am 25. April (Ostersonntag) aus Hermannsburg bei Celle bei seiner getrennt lebenden Ehefrau – sie ist allein sorgeberechtigt – für eine Fahrradtour abgeholt und dabei die Pässe der Kinder entwendet. Vom Flughafen Hannover reisten sie nach Ägypten und später in den Sudan, wo sie von deutschen Urlaubern gesehen wurden. Am 19. Mai begaben sie sich wieder nach Ägypten. Im Juli waren Hinweise auf einen Aufenthalt in Süddeutschland bekannt geworden. Hüls war bis vor fünf Jahren Mitglied der Selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK). Er verließ die Kirche mit der Begründung, sie sei zu liberal.
Seelsorger: Hüls hat sich verrannt
Der Hermannsburger SELK-Pfarrer Hans-Heinrich Heine beschreibt Hüls als „absoluten Einzelgänger“. Er habe sich nach seinem Kirchenaustritt keiner Gruppierung oder Kirche angeschlossen, sagte Heine in einem Interview mit der Zeitschrift der SELK. Allerdings habe er „wohl im Internet Gleichgesinnte gefunden“ und sich mit ihnen ausgetauscht. Laut Heine ist Hüls ein Vater, „dem die Kinder und sein Glaube sehr, sehr wichtig sind“. Er habe sich jedoch so verrannt, dass sein Verhalten und seine Überzeugungen krankhafte Züge angenommen hätten. Hüls fühle sich „absolut im Recht“. Aus seiner Sicht sei er das Haupt der Familie, und die Mutter habe ihm die Kinder entzogen. „Er will die Kinder vor dem bösen Einfluss der Welt bewahren und sah da wohl keine andere Möglichkeit, als mit den Kindern dahin zu gehen, wo ihm alles viel einfacher erschien als in Deutschland“, so Heine. Zur Frage, wie es der Mutter der Kinder gehe, sagte der Seelsorger, zumindest nach außen sei sie erstaunlich ruhig und stark: „Sie kämpft, und ist eigentlich voller Hoffnung, dass sich diese Sache bald löst“. Die Stimmung in der SELK-Gemeinde sei sehr gedrückt: „Alle leiden mit der Familie.“ Heine ruft dazu auf, Gott um ein gutes Ende der Entführung zu bitten und für die Familie zu beten.
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