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10.02.2012

Einschulungsgottesdienst in einer Moschee

Der SPD-Ratsherr Albert Ude. Foto: PR

Gelsenkirchen (idea) – Ein Einschulungsgottesdienst in einer Moschee hat den Stadtrat in Gelsenkirchen beschäftigt. Die Veranstaltung der Martinschule hatte im Sommer 2011 in der Moschee im „Tugra Kultur Zentrum“ stattgefunden.

Dazu gehörten ein ins Deutsche übersetztes türkisches Gebet, eine teilweise übersetzte türkische Ansprache und ein kleines Theaterstück in deutscher Sprache. Auf Anfrage des SPD-Ratsherrn Albert Ude nahm die Stadtverwaltung in einer Ratsausschusssitzung am 2. Februar dazu Stellung. Die Grundschule habe eine Einladung der Moschee aufgrund der knapp bemessenen Vorbereitungszeit gerne angenommen. Von den 140 angemeldeten Kindern gehörten 83 dem islamischen und 26 dem christlichen Glauben an, so die Begründung der Stadtverwaltung. Üblicherweise fänden Einschulungsgottesdienste in einer Kirche statt. Zur Stellungnahme der Verwaltung sagte Ude gegenüber idea: „Wir haben das Thema damit vom Tisch bekommen.“ Ihm sei wichtig, dass dieser Vorgang nicht von Gruppierungen am rechten Rand des politischen Spektrums zu einer Diskussion mit deutsch-nationalem Anstrich genutzt werden könne. Für die CDU erklärte der 2. Bürgermeister Klaus Hermandung: Wenn die Schule einen Einführungsgottesdienst in eigener Verantwortung gestalte, „darf das nicht geschehen, was jetzt passiert ist“. Schulen sollten die Abstimmung mit den Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften suchen. Die Sprache in einem Schulgottesdienst müsse auf jeden Fall Deutsch sein.

„Die Kirchen wussten von nichts“

Die Schulreferentin des Kirchenkreises Gelsenkirchen, Pfarrerin Antje Grüter, sagte zu der Einschulungsveranstaltung in der Moschee: „Die Kirchen wussten nichts davon.“ Sie verwies auf die Rechtslage, nach der Schulgottesdienste Veranstaltungen der Schule seien, inhaltlich aber von den Kirchen verantwortet würden. Mit der Schulleiterin habe es ein klärendes Gespräch gegeben. Der Anteil von Kindern ausländischer Herkunft liege in den Gelsenkirchener Grundschulen im Durchschnitt bei 50 Prozent. Überwiegend würden zum Schuljahresbeginn ökumenische Gottesdienste veranstaltet, bei denen ein Imam Verse aus dem Koran lesen könne. Zur Einschulung seien auch multireligiöse Schulfeiern möglich. Dazu habe die westfälische Kirche eine Handreichung herausgegeben. Darin heißt es, dass „einer unangemessenen Vermischung religiöser Traditionen entgegenzuwirken“ sei. Deshalb solle bei multireligiösen Feiern deutlich werden, welcher Beitrag von welcher Religionsgemeinschaft stamme.

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