„Ein Wegweiser in geistlich orientierungsloser Zeit“

Der Vorsitzende des „Kuratoriums Deutscher Schulbuchpreis“ im Verein „Lernen für die Deutsche und Europäische Zukunft“, Wolfram Ellinghaus. Foto: idea/Pfeifer
Eichstätt (idea) – Der Jugendkatechismus der römisch-katholischen Kirche „Youcat“ hat den Deutschen Schulbuchpreis 2011 erhalten.
Die Publikation sei ein „Wegweiser in geistlich orientierungsloser Zeit“, sagte der Vorsitzende des „Kuratoriums Deutscher Schulbuchpreis“ im Verein „Lernen für die Deutsche und Europäische Zukunft“, Wolfram Ellinghaus (Harsewinkel bei Detmold), bei der Verleihung der mit 2.500 Euro dotierten Auszeichnung am 28. Januar in Eichstätt (Oberbayern). Der Katechismus gebe Jugendlichen Zuversicht und Mut bei der Gestaltung des eigenen Lebens. Er liefere konkrete Antworten auf zahlreiche Glaubensfragen. Bisher wurde der Youcat 1,7 Millionen Mal verkauft beziehungsweise ausgegeben und ist bereits heute in 17 Sprachen übersetzt. Bis Ende 2013 rechne man mit über 30 Sprachversionen weltweit. Der Initiator und Mitautor des Youcat, Bernhard Meuser, machte in seiner Dankesrede die Freude über die Auszeichnung deutlich. Während den Arbeiten an dem Werk sei ihm bewusst geworden, dass die Autoren sich in ein „Minenfeld“ begeben hätten. Besonders stolz sei er daher, dass Papst Benedikt das Projekt unterstützt und sogar das Vorwort geliefert habe. Er wies daraufhin, dass der Youcat nicht nur Fürsprecher habe: „Er steht zwischen Zuspruch und vernichtender Kritik“. Doch vielfach werde er als Hoffnungszeichen verstanden. „Ein Glaube ohne Inhalt ist struktureller Atheismus“, sagte Meuser.
Bischof: Tiefe und Breite des Glaubens verdichten
In seiner Festrede lobte der katholische Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, den Youcat als „Echolot des Glaubens“. Ein solides religiöses Grundwissen sei unverzichtbar. Deshalb sei er den Autoren dankbar, dass sie die Inhalte der christlichen Lehre verständlich aufbereitet hätten. So sei eine „Verdichtung der Tiefe und Breite des Glaubens“ möglich. Der Youcat, der Jugendlichen den christlichen Glauben in verständlicher Sprache näherbringt, wurde im Frühjahr 2011 veröffentlicht. Er entstand unter Leitung des Wiener Kardinals Christoph Schönborn in Zusammenarbeit von Jugendlichen, Theologen und Religionspädagogen.
Schweidler: An Gott und die Evolutionslehre glauben
Der Vorsitzende des Vereins „Lernen für die Deutsche und Europäische Zukunft“, Prof. Walter Schweidler (Eichstätt), sagte in seiner Laudatio, der Youcat habe zu Recht seinen Platz in der Schule gefunden. Der Jugendkatechismus stehe nicht kontrovers zu anderen dort gelehrten Wissenschaften. So sei es möglich, naturwissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Evolution anzuerkennen und gleichzeitig an Gott als Schöpfer der Welt zu glauben. Der christliche Glaube sei eine Ergänzung der Wissenschaft, da er eine Erklärung für Fragen habe, bei denen die Wissenschaft an Grenzen stoße. So könne die Naturwissenschaft die Entstehung der Welt und die Naturgesetze nicht erklären. Das Christentum gebe hier Antworten. Das „Kuratorium Deutscher Schulbuchpreis“ vergibt die Auszeichnung seit 1990. Geehrt werden Bücher, „die den Schülern Ehrfurcht vor Gott, Nächstenliebe, Toleranz und Dialogfähigkeit auf der Grundlage einer eigenen ethisch hohen christlichen Überzeugung vermitteln“.
Wenn Sie diesen Beitrag im Forum kommentieren möchten, dann schicken Sie eine E-Mail mit der Überschrift an: bernhard.limberg@idea.de.


