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09.01.2012

Ein Leben für die Weltmission: Ernst Vatter 82-jährig gestorben

Der frühere Liebenzeller Missionsdirektor Ernst Vatter war 20 Jahre AEM-Vorsitzender. Foto: PR

Bad Liebenzell (idea) – Eine der profiliertesten Persönlichkeiten der neueren Missionsgeschichte ist tot. Der langjährige Missionsdirektor der Liebenzeller Mission, Ernst Vatter (Calw/Nordschwarzwald), starb in der Nacht zum 7. Januar im Alter von 82 Jahren.

Er war von 1952 bis 1966 Missionar und Feldleiter des Missionswerks in Japan, danach übernahm er bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1994 die Verantwortung für die gesamte Äußere Mission des Werkes mit heute rund 230 Missionaren in 25 Ländern. Von 1992 bis 1993 war er übergangsweise Gesamtleiter des Missionswerks. Er bereiste 72 Länder rund um den Globus. Neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit engagierte sich der in Gönningen bei Reutlingen am Fuße der Schwäbischen Alb geborene Vatter in zahlreichen Ehrenämtern. Er war von 1973 bis 1993 Vorsitzender der von ihm mitbegründeten Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), Mitglied der württembergischen Landessynode (1977-1995) und Vorsitzender des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes (2001-2003). Außerdem gehörte er zu den Begründern der Freien Hochschule für Mission in Korntal (heute Akademie für Weltmission), die er als ehrenamtlicher Rektor von 1994 bis 1996 leitete. Von der kalifornischen Biola-Universität wurde ihm ein theologischer Ehrendoktortitel verliehen. Bis zu seinem Tod war er ein gefragter Redner und Prediger. Seine Biographie erschien 2004 unter dem Titel „Ernst Vatter. Mission ohne Grenzen“.Mit seiner vor 14 Monaten gestorbenen Frau Sigrid hatte Vatter vier Kinder.

„Mit großer Weitsicht und erfrischender Menschlichkeit“

Der Direktor der Liebenzeller Mission, Pfarrer Detlef Krause, nannte Vatter „ein Gottesgeschenk an die Liebenzeller Mission“. Er sei „ein Mann mit großer Weitsicht, einer beeindruckenden geistlichen Persönlichkeit und einer erfrischenden Menschlichkeit“ gewesen. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand sei Vatter ein guter Ratgeber, Freund und Fürsprecher der Liebenzeller Mission geblieben. Im Namen der Deutschen Evangelischen Allianz erklärte Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart), die evangelikale Bewegung habe Vatter als einem glaubwürdigen Zeugen des Evangeliums viel zu danken: „Er hat Ungeheures geleistet und darin zur Ausbreitung des Reiches Gottes kräftig beigetragen. Wir danken unserem Herrn, dass wir ihn hatten.“ Vatter gehörte mehrere Jahre zum Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz. Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July (Stuttgart) würdigte Vatter als integrierende Persönlichkeit, der es auf den Zusammenhalt von Landeskirche und Gemeinschaftsbewegung angekommen sei. Vatter habe immer wieder an den missionarischen Auftrag der Kirche Jesu Christi erinnert und so auch die Landeskirche „zu ihrer Sache“ gerufen.

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