Desmond Tutu zieht sich ins Private zurück

Nach dem 79. Geburtstag ist für Desmond Tutu, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger anglikanischer Erzbischof von Kapstadt, Schluss mit öffentlichen Auftritten. Foto: Wikipedia/Paulino Me
Kapstadt (idea) – Desmond Tutu, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger anglikanischer Erzbischof von Kapstadt (Südafrika), will sich nach seinem 79. Geburtstag am 7. Oktober aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Das kündigte er vor Journalisten in Kapstadt an.
Er will mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Er wolle das Leben ruhiger angehen lassen, mit seiner Frau Leah nachmittags Tee trinken, Kricketspiele anschauen und seine Kinder und Enkel besuchen, statt an Konferenzen und Treffen in der Universität teilzunehmen. Er amtiert unter anderem als Kanzler der Universität am Westlichen Kap. Auch Interviews will er nicht mehr geben. Tutu - einer der einflussreichsten Gegner der Apartheid - war 1978 zum ersten schwarzen Generalsekretär des Südafrikanischen Kirchenrats berufen worden. 1986 wurde er Erzbischof von Kapstadt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Ruhestand 1996 inne. 1984 erhielt er den Friedensnobelpreis. Ganz auf Arbeit will Tutu jedoch nicht verzichten, räumte er ein. So wolle er sich weiter für die „Ältesten“ engagieren. Dabei handelt es sich um eine vom früheren südafrikanischen Staatspräsidenten Nelson Mandela einberufene Gruppe ehemaliger Staatsmänner und -frauen, Friedensaktivisten, Menschenrechtler und Intellektueller, die über die Lösung globaler Probleme beraten. Viele von ihnen sind Nobelpreisträger. Unter anderem gehört der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, ein Baptist, zu dem Kreis.
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