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15.12.2011

Den christlichen Glauben unter Juden verkündigen

Der Vorsitzende des Evangeliumsdienst für Israel, Joachim Rieger. Foto: PR

Korntal (idea) – Juden in Deutschland und Israel sollen auch künftig die Botschaft von Jesus Christus hören. Dafür setzt sich der Evangeliumsdienst für Israel (EDI/Ostfildern bei Stuttgart) ein. Er feierte sein 40-jähriges Bestehen mit rund 100 Gästen am 12. Dezember in Korntal bei Stuttgart.

Der Vorsitzende, Pfarrer Joachim Rieger (Mössingen bei Tübingen), sagte, man dürfe Juden nicht aus dem biblisch gebotenen Auftrag ausklammern, das Evangelium allen Menschen zu verkündigen. Der Theologische Leiter des EDI, Armin Bachor, bekräftigte das Ziel, „mit Respekt und Liebe“ das Evangelium unter Juden zu bezeugen. Dabei wende man sich vorrangig an säkulare oder esoterisch angehauchte Personen. Das Werk unterstützt ferner messianische Juden in Deutschland und Israel. Sie glauben, dass Jesus Christus der im Alten Testament angekündigte Messias des jüdischen Volkes ist. Im Unterschied zu Christen verstehen sie sich als Teil des jüdischen Volks. Laut Bachors Vorgänger Hartmut Renz geht die Evangeliumsverkündigung unter Juden auf Bitten messianischer Juden zurück. Sie waren Anfang der neunziger Jahre zusammen mit mehr als 100.000 anderen jüdischen Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen. Mitglieder der Neuapostolischen Kirche und Zeugen Jehovas hätten in den Übergangswohnheimen missioniert, während die Kirchen untätig blieben. Renz: „Wir wollten die jüdischen Neuankömmlinge nicht den Sekten überlassen.“ In Deutschland gibt es mehr als 40 messianische Gemeinden und Gruppen mit zusammen rund 1.000 jüdischen Mitgliedern. In Israel versammeln sich mehr als 10.000 messianische Juden in rund 100 Gemeinden.

Dank von Landesbischof July

Prälat Ulrich Mack (Stuttgart) verlas ein Grußwort des württembergischen Landesbischofs Frank Otfried July. Darin dankte die Kirchenleitung dem EDI dafür, die Erinnerung an die jüdischen Wurzeln der Kirche wachzuhalten. Der EDI richte sich an der Überzeugung des Apostels Paulus aus, dass den Juden zuerst das Evangelium gepredigt werden solle. Der frühere Prälat von Ulm, Rolf Scheffbuch (Korntal), sagte, es spreche zwar vieles gegen die sogenannte Judenmission, aber auch ein gewichtiger Grund dafür: der Auftrag Jesu Christi, das Evangelium „in Judäa und Samaria“ zu predigen, also unter Juden. Der EDI wurde 1971 von Alfred Burchartz (1923-2009) mit Unterstützung der württembergischen Kirchenleitung gegründet.

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