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04. Februar 2010

Christen tun zu wenig im Kampf gegen Armut

Kinderhilfswerk Compassion: Biblische Aussagen werden ignoriert.

Kinderhilfswerk Compassion: Biblische Aussagen werden ignoriert.

Marburg (idea) – Christen in Deutschland nehmen ihre Verantwortung für die Bekämpfung der weltweiten Armut unzureichend wahr. Dieser Überzeugung ist die große Mehrheit von Mitgliedern vor allem aus evangelikalen Gemeinden, die an einer Umfrage im Auftrag des christlichen Kinderhilfswerks Compassion (Mitgefühl) teilgenommen haben.

Danach sind 82 Prozent der 1.071 Befragten der Auffassung, dass Christen in Deutschland sich nicht genug gegen Armut engagieren. 93 Prozent stimmten zugleich der Aussage zu, dass sie einen klaren Auftrag hätten, sich um Arme zu kümmern. 62 Prozent plädierten dafür, dass öfter über Armut gepredigt werde. Dagegen wollen 14 Prozent darüber keine Predigten hören. 30 Prozent gaben an, dass in ihrer Gemeinde nie über Armut gesprochen werde. 22 Prozent sagten, sie hätten genügend andere Probleme und könnten sich deshalb nicht mit der weltweiten Armut auseinandersetzen. Der Direktor von Compassion Deutschland, Steve Volke (Marburg), bezeichnete die Ergebnisse gegenüber idea als „sehr schockierend“. Das Thema Armut scheine „in unseren Gemeinden keine große Rolle zu spielen“. Anscheinend würden über 2.000 Bibelstellen zum Thema Armut kontinuierlich ignoriert.

Fast jeder vierte Christ fühlt sich von Armut bedroht

Gefragt wurde auch nach der persönlichen Lebenssituation. Danach fühlen sich 23 Prozent der Befragten von Armut bedroht; 34 Prozent haben durch ihren Beruf viel mit Armen zu tun und 54 Prozent Freunde, die von Armut betroffen sind. Auf die Frage, wer für die weltweite Armut die größte Verantwortung trage, erklärten 56 Prozent, sie seien dafür mitverantwortlich. 59 Prozent nannten ihr eigenes Konsumverhalten als Ursache. 24 Prozent gaben an, Armut in der Dritten Welt sei oft selbstverschuldet.

Fast 60 Prozent Christen spenden für Arme

Nach ihrem gegenwärtigen Beitrag zum Kampf gegen Armut gefragt, führten 63 Prozent das Gebet an. 57 Prozent spenden, 41 Prozent engagieren sich ehrenamtlich, und 40 Prozent kaufen fair gehandelte Produkte. Jeder vierte Befragte hat eine Kinderpatenschaft übernommen, und 8 Prozent engagieren sich hauptamtlich. Jeder 10. Befragte tut nach eigenen Angaben nichts gegen Armut. Der Studie zufolge sind Frauen stärker als Männer an dem Thema interessiert. Keine signifikanten Unterschiede gebe es zwischen jüngeren und älteren Christen bzw. zwischen Christen aus Landes- und Freikirchen. Compassion nahm 1952 seine Arbeit auf, als sich der US-Evangelist Everett Swanson um 35 Waisenkinder kümmerte. Seither sind durch das Hilfswerk insgesamt über zwei Millionen Kinder aus armen Familien betreut worden; aktuell sind es eine Million Patenkinder. Heute hilft die Organisation in 25 Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens. Der deutsche Zweig besteht seit 2008.

Wenn Sie diesen Beitrag im Forum kommentieren möchten, dann schicken Sie eine E-Mail mit der Überschrift an: bernhard.limberg@idea.de.

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