Werben  |  Bestellen  |  Login  |  Kontakt  |  Impressum
09.02.2012

Christen sollten bei Traumdeutung zurückhaltend sein

Gerhard Naujokat warnt vor Traumdeutern und Wahrsagern im Alltag. Foto: dpa

Filderstadt (idea) – Christen sollten bei der Deutung von Träumen zurückhaltend sein. Das rät der frühere Generalsekretär des Evangelischen Fachverbands für Sexualethik und Seelsorge „Weißes Kreuz“, Pastor Gerhard Naujokat (Kassel).

Unter der Überschrift „Wie weit kann man Träume ernst nehmen?“ schreibt er im Informationsbrief der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ (Filderstadt bei Stuttgart), Christen sollten die Sprache des Traums und die Sprache Gottes durch sein Wort nicht verwechseln oder vermischen. Allein das biblische Wort sei der „legitime Maßstab“. Gott spreche durch das Wort der Heiligen Schrift, das Geschehen der Schöpfung, die Taten der Geschichte, durch individuelle Schicksalsschläge und durch die Führung seines Geistes. Träume seien für das Handeln Gottes nicht notwendig, aber möglich. Das zeige sich in der Bibel. Im Alten Testament falle allerdings auf, dass sich keiner der großen Propheten auf Träume berufe. Sie warnten eher davor. So habe sich etwa Jeremia stark ablehnend gegenüber prophetischen Traumdeutern verhalten. Das Neue Testament sei noch traumkritischer eingestellt. „Als Offenbarungsmittel tritt der Traum in den Berichten des Neuen Testaments weitgehend zurück“, so Naujokat. Die Offenbarung des Evangeliums gründe nicht auf Träumen, sondern auf Jesus Christus.

Vorsicht vor Traumdeutern und Wahrsagern!

Naujokat zufolge ist der Traum keine andere Welt, sondern eine unkontrollierte Wiederholung des erlebten Alltags, der kürzer oder länger zurückliegt, ob mit positiven oder negativen Ereignissen: „Träumen entspannt, verhilft zum seelischen Gleichgewicht und dient dem inneren Aufarbeiten.“ Durch Testpersonen habe man herausgefunden, dass Menschen, die man am Träumen hinderte, bald unter psychischen und körperlichen Störungen litten. Naujokat warnt jedoch vor Traumdeutern und Wahrsagern im Alltag, „die Gegenwart oder Zukunft vom Inhalt des Traumes her beschwören wollen“. Das seien „Schaumschläger“, die damit ihr Geschäft machten und kein Interesse daran hätten, Vergangenes und Bedrückendes im Leben eines Menschen aufzuarbeiten. Gute Seelsorger sollten ebenfalls nicht Ausleger eines Traumes sein, sondern Zeugen des Evangeliums.

Wenn Sie diesen Beitrag im Forum kommentieren möchten, dann schicken Sie eine E-Mail mit der Überschrift an: bernhard.limberg@idea.de.

 
© 2012 idea e.V. - Evangelische Nachrichtenagentur