Christen erinnern an Wannsee-Konferenz vor 70 Jahren
Berlin/Jerusalem (idea) – Mit Gedenkveranstaltungen erinnern zahlreiche christliche Israel-Werke an die „Wannsee-Konferenz“ vor 70 Jahren, bei der die nationalsozialistischen Machthaber den Holocaust organisierten. Das Ergebnis dieser Zusammenkunft am 20. Januar 1942 im Südwesten Berlins war die systematische Ermordung von rund elf Millionen Juden in Europa.
In Berlin veranstaltet die Organisation „Christen an der Seite Israels“ am 20. und 21. Januar eine Buß-, Gedenk- und Gebetskonferenz. Daran wirken noch lebende Zeugen des Nazi-Völkermordes mit und der Israeli Benjamin Berger (Jerusalem), dessen Großeltern und viele Verwandte umgebracht wurden, sowie Vertreter befreundeter Werke, darunter die Evangelischen Marienschwestern (Darmstadt), der Vorsitzende der Sächsischen Israelfreunde, Lothar Klein (Dresden), und der Leitende Pastor der Tübinger Offensiven Stadtmission TOS, Jobst Bittner. Außerdem gibt es eine Gedenkveranstaltung im Berliner Französischen Dom, an der auch der christliche Dachband „Gemeinsam für Berlin“ beteiligt ist, und eine Benefizveranstaltung für israelische Holocaust-Überlebende in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. In Jerusalem plant die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem eine feierliche Kranzniederlegung in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.
Wachsamkeit gegenüber Holocaust-Leugnern
Nach Ansicht des Gründungsdirektors der Europäischen Koalition für Israel (ECI), Tomas Sandell (Helsinki/Finnland), sollte es nicht bei diesen Veranstaltungen bleiben. Es gelte, die nächsten drei Jahre bis zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz für Kontakte mit den letzten Zeitzeugen der Verbrechen zu nutzen. Es sei große Wachsamkeit geboten gegenüber allen, die versuchten, den Holocaust zu leugnen oder zu bagatellisieren. Auch solle an diejenigen erinnert werden, „die gegen die Nazis aufgestanden sind, oft von außerhalb der offiziellen Kirchen kamen und ihre eigene Plattform gegen Hitler aufbauen mussten“.
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