CDU-Politiker: Integrierte Ausländer vor Abschiebung schützen

Der Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig freut sich über die Rückkehr der vietnamesischen Familie Nguyen. Foto: PR
Hannover (idea) – Ausländer, die voll integriert in Deutschland leben, sollten nicht abgeschoben werden dürfen. Für eine entsprechende Gesetzgebung plädiert der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig (Diepholz).
Anlass ist die Rückkehr der vor knapp drei Monaten aus Niedersachsen abgeschobenen vietnamesischen Familie Nguyen, für die sich der Politiker eingesetzt hat. Zusammen mit weiteren rund 40 Unterstützern holte Knoerig am 31. Januar Minh Tuong und Thi San Nguyen mit ihren beiden jüngsten Kindern Esther (9) und André (6) vom Flughafen Hannover ab. Für die Familie, die in den vergangenen 19 Jahren in Hoya bei Bremen lebte, ging damit ein Alptraum zu Ende. Sie waren im November in ihr Herkunftsland „rückgeführt“ worden. Die älteste Tochter Ngoe Lan (20) durfte in Deutschland bleiben, weil sie eine Aufenthalterlaubnis besitzt. Die Familie war Anfang der neunziger Jahre unter falschem Namen eingereist. Nachdem die Eltern Christen geworden waren und sich einer vietnamesischen Pfingstgemeinde in Hannover angeschlossen hatten, zeigten sie den Behörden die wahren Umstände ihrer Einreise an; dadurch drohte ihnen mehrfach die Abschiebung. Von August 2006 bis Februar 2007 gewährte ihnen die Martin-Luther-Kirche in Hoya Kirchenasyl. Die Eltern arbeiteten in einer Baumschule, und die jüngeren, in Deutschland geborenen Kinder gingen in Hoya zur Schule bzw. in den Kindergarten. Der Fall beschäftigte die Härtefallkommission Niedersachsens. Nach heftigen Protesten gegen die Abschiebung aus Kirche, Politik und Flüchtlingsorganisationen lenkte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) ein. Knoerig, der den Wahlkreis Diepholz/Nienburg im Bundestag vertritt, hatte sich unter anderem mit Hilfe der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), für die Rückkehr der Nguyens eingesetzt. Knoerig: „Mir lag besonders am Herzen, dass die beiden jüngeren Kinder schnellstmöglich wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können. Auch die älteste Tochter sollte nicht allein ohne Eltern und Geschwister in Deutschland bleiben.“ Stark engagiert waren auch die Hoyaer Kirchenvorstandsvorsitzende Renate Paul und Pastor Andreas Ruh.
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