Brasilien: Erstmals Evangelikale bei „Big Brother“
Rio de Janeiro (idea) – Im brasilianischen Fernsehen ziehen erstmals zwei evangelikale Frauen in das Big-Brother-Haus ein: die 22-jährige Jakeline Leal und die 28-jährige Kelly Medeiros. Sie sind mit zehn weiteren Personen für die Show ausgewählt worden, die am 10. Januar beginnt.
Dabei wohnen die Teilnehmer bis zu drei Monate lang unter ständiger Kamera-Beobachtung zusammen. Jede Woche wird ein Teilnehmer ausgeschlossen. Dem Gewinner winkt ein Preis von umgerechnet 652.000 Euro. Jakeline Leal und Kelly Medeiros bekennen sich im Internet zum Glauben an Jesus und zitieren Bibelverse. Der Sender Rede Globo, der das Programm seit 2002 jährlich ausstrahlt, will laut Beobachtern den Zuschauern offenbar weniger schrille Bewerber als früher präsentieren. Rede Globo ist mit täglich rund 80 Millionen Zuschauern eine der größten Fernsehstationen der Welt. Big Brother wurde erstmals 1999 in den Niederlanden ausgestrahlt; inzwischen ist die Show in 70 Ländern zu sehen. In Deutschland begann die Sendereihe im Jahr 2000 und stieß wegen der Zurschaustellung des Privatlebens auf teilweise heftige Kritik. Kirchliche Medienexperten forderten einen Fernseh- und Werbe-Boykott. Zwischen 2006 und 2008 wurde die Reihe wegen niedriger Einschaltquoten eingestellt. Inzwischen wird Big Brother wieder im Privatsender RTL2 gezeigt. Brasilien ist mit 195 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas. Mehr als 91 Prozent sind Kirchenmitglieder; 5,4 Prozent sind Anhänger von Naturreligionen und 2,2 Prozent religionslos. Die Übrigen gehören kleineren Religionen an. Rund 70 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch und mehr als 20 Prozent evangelisch. Davon stellen die Evangelikalen mit etwa 15 Prozent die Mehrheit.
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