Bonhoeffer ist ein Vorbild für Gemeindeleiter
Stuttgart (idea) – Pastoren sollten sich den evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) zum Vorbild nehmen, wenn sie Anregungen für ein glaubwürdiges Christsein suchen. Das empfahl der US-amerikanische Pastor Bill Hybels bei einem Leitungskongress der Bewegung Willow Creek Deutschland am 27. Januar in Stuttgart.
Hybels ist Gründer und Hauptpastor der Willow-Creek-Gemeinde in South Barrington bei Chicago, die durch attraktive Gottesdienste für kirchenferne Menschen und durch ihr sozialdiakonisches Engagement weltweit als Inspirationsquelle für Gemeinden gilt, die wachsen oder sich geistlich erneuern wollen. Bei Bonhoeffer könnten Gemeindeleiter lernen, im Vertrauen auf Gottes Wegweisung ihrer Berufung bis zum bitteren Ende treu zu bleiben, sagte Hybels. Er führte ein Podiumsgespräch mit dem Autor der Biografie „Bonhoeffer: Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet“, Eric Metaxas (New York). Dieser wandte sich dagegen, Bonhoeffer als liberalen Theologen darzustellen: „Je mehr ich nachforschte, desto mehr kam ich zu dem Ergebnis, dass diese Annahme Nonsens ist.“ Bonhoeffer habe die Bibel schon während seines Studiums anders verstanden als viele seiner Kommilitonen: „Für ihn war sie lebendig, sie spricht zu den Menschen. Er war einer der wenigen an der Fakultät, die ihre Stimme gegen die liberale Theologie erhoben haben.“ Hybels nannte Metaxas’ Bonhoeffer-Biografie eine unverzichtbare Ermutigung für Gemeindeleiter, die ihrer Berufung konsequent folgen wollen.
Pfarrer brauchen unabhängige Begleiter
Der US-Pastor und Buchautor Gordon MacDonald (Belmont/Bundesstaat New Hampshire) ermunterte Gemeindeleiter dazu, sich am Apostel Paulus zu orientieren. Dieser habe seine Aktivitäten darauf konzentriert, Menschen für Christus zu gewinnen. Dabei habe er sich weder von Verfolgungen und Krankheiten noch von Glaubenszweifeln irritieren lassen. Der badische Pfarrer Hanspeter Wolfsberger (Betberg bei Freiburg) riet Pfarrern und anderen Gemeindeleitern, sich unabhängige Begleiter für ihren Dienst zu suchen. Das Schicksal vieler Hauptamtlicher sei, dass sie mit anderen Menschen über Gott reden sollen, aber meist niemanden haben, der sie fragt, wie sie ihre Predigten im eigenen Leben umsetzen.
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