1.800 Teilnehmer beim „Marsch für das Leben“ in Berlin
Berlin (idea) – Begleitet von Protesten feministischer und linksradikaler Gruppen haben Abtreibungsgegner einen „Marsch für das Leben“ in Berlin veranstaltet. Nach Angaben der Polizei zogen rund 1.800 Personen schweigend vom Alexanderplatz zur St. Hedwigs-Kathedrale, wo sie einen ökumenischen Gottesdienst feierten.
Damit war die Teilnehmerzahl fast doppelt so hoch als im vergangenen Jahr. Die Lebensrechtler führten 1.000 weiße Kreuze mit sich, um damit ihre Trauer auszudrücken, dass in Deutschland werktäglich rund 1.000 Kinder im Mutterleib getötet werden. Veranstalter war der Bundesverband Lebensrecht. Gegner der Aktion störten mit Trillerpfeifen und Sprechchören die Kundgebung und den Marsch der Lebensrechtler. Die Gegendemonstranten verhöhnten die Christen mit Parolen wie „Hätt Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“ und warfen entwendete Holzkreuze in die Spree. Die Wasserschutzpolizei fischte 44 Kreuze aus dem Fluss. Ein weiteres wurde von Gegnern des Marsches zerstört. In der vollbesetzten St. Hedwigs-Kathedrale sagte der Geschäftsführer des Gemeindehilfsbundes, Johann Hesse (Walsrode), in seiner Predigt, Christen gingen auf die Straße, damit der „lautlose Schrei“ der abgetriebenen Kinder eine Stimme bekomme. Er forderte die evangelische Kirche auf, in ihren Beratungsstellen keine Beratungsscheine mehr auszustellen, mit denen Schwangere eine Abtreibung vornehmen lassen können. „Eine Kirche, die die Kultur des Todes in den eigenen Reihen duldet und fördert, wird im kommenden Gericht nicht bestehen können“, sagte Hesse.
Hilfe zum Leben geben statt Tötung finanzieren
Der Bundesverband Lebensrecht forderte in einer „Berliner Erklärung“ den Staat auf, „das schwere Unrecht der Tötung ungeborener Kinder“ und die Finanzierung von Abtreibungen zu beenden. In Deutschland würden die Kosten für 90 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche in Höhe von jährlich mehr als 40 Millionen Euro aus den Haushalten der Länder bestritten. Statt Hilfe zum Töten fordert der Verband, dass Schwangere und Familien wirksame Hilfe zum Leben mit Kindern erhalten. Außerdem sei ein gesetzliches Verbot der Präimplantationsdiagnstik (PID) notwendig, „damit der tödlichen Selektion potenziell behinderter Menschen Einhalt geboten wird“. Führende Politiker der Unionsparteien und der römisch-katholischen Kirchen hatten dem Veranstalter des Marsches schriftliche Grußworte geschickt und sich für das Engagement der Lebensrechtler bedankt – unter ihnen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Bildungsministerin Annette Schavan (CDU), der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Volker Kauder, sowie die katholischen Kardinäle Joachim Meisner (Köln) und Georg Sterzinsky (Berlin).
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